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Im deutschen Reich · 1918-12-01 · Heft 12 (Dezember 1918) · p. 462

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 12 (Dezember 1918)
Article
Arisches und semitisches Wesen und der Mammonismus
Date
1918-12-01
Page
462 (sequence 2)
Language
German
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Irr ÄLLLgchen M4ch die Preissteigerung des tzmrdmerkszeuges (1S14 bis 1918) M Pro« z§nt, die Preissteigerung der ArdeitEeidung 651 Prozent betragen hat. Auch in diesen Produktionszweigen befinden sich nur so wenig Juden, daß die Preissteigerung von Juden kaum Beeinflußt sein kann. Die Naunmrmsche ,Hilfe" vorn 1Z. Septeurber (S. 447) berichtet in der „HeiMatchrmü!" von einer Zuschrift eines Pfarrers an die „Tägliche Rundschau", m der haarsträubende PreisvechLltrüsse w der Landwirtschaft mitgeteilt werden, z. B. GesamterM einer Kirchenwiese 20(XX)Mark gegen 4660 Mark vor dem Kriege. Es märe ein leichtes, aus der Tagespreise einen Haufen von Fällen zufammenzusLellen, die uns Aeigen, daß die Behauptung nicht berechtigt ist, Mammouismus gehöre nrH zum arischen Wesen". Ganz besonders unangebracht ist die GeZenüLerstelllmg von arischem Wesen imb Nichtmammonismus auf kt einen, Kapitalismus mfo Semitrs« muZ auf der anderen Seite, von einer Stadt ausgehend, in der die Daimler-Mochor-GeseLschaft ihren Sitz hat. Das aber fftrb Erscheinungen, die nicht erst der Neuzeit mtge* hören. Geiler von K a i s'e r s b e r g, der berühmte deutsche Kauzelreduer und (seit 1478) Domprediger irr Straßöurg, nermt die MmrOpolgesellschasten ^größere mrd Wimmere Aeberlister und Schinder des Volkes, als je die Juden gÄvesen"; „sie ziehen nii allein den gar entbehrlichen Blundsr an fremden Waaren, sunder auch was zum Leben not, als Korn, Fleisch, Wein und sonstiges in ihr Morwpolium und schrauben die Preise nach ihrer .Geldgier und Gitzigkeit und nähren sich mit der sauren Arbeit der Armen". Luth s r schrieb 1524 eine Schrift: „Bon Kaufhandlung und Wucher" ss. Martin Luthers Werke, kritische Gesamtausgabe. Weitmar 1899. Bd- 15, S. 979—-ZZ2) —- die. weitere Ausführung einer Predigt dom Jahre 1520 —, in kr er namentlich mit den derzeit übsrhandnchmerrden Ringen mrd Monopolen ins Gericht geht. „Denn wer ist so grob, der nicht sichet, wie die gesellfchafften nicht anders sind denn eyttel rechte Monopolia? Welche auch die weltliche hetzdemsche rechte verbieten als etzn öffentlich schedlich ding aller Wellt, 'ich will des goetlichen rechts und christliche gesetz schweygsu. Denrr sie haben alle wahr unter yhren henden, und machens damit wie sie. wollen, und treyben on alle schew die oöberuerten stuck, das sie fteyaern oder nhddrigerr nach yhrem gefallen, und drucken und verderben alle geringe tauffleute, gleich wie der Hecht die kleyue fisch ym Wasser, gerade als waren sie Herrn über Gottes Creaturen und srey von allen gesehen des glaubens und der liebe." (Ebendas. S. 312. Näheres siehe May, „'Das Grundgesetz der Wirtschaftskrisen", S. 58/59 ff.) Die 'Monopolgesellschasten, von denen hier die Rede ist, nahmen keine Juden auf. Der Verfasser des Artikels im „Hellüirf", der sich bezüglich des semitischen Ursprungs des Kapitalismus auf Sombart beruft scheint nicht zu wisien, daß dieser inzwischen von^ Brentano und anderen gründlich widerlegt worden ist, so zwar, daß er in der zweiten Auflage seines Werkes „Der moderne Kapitalismus" (1916) die irrigen Behauptungen seines JudenLuches (1911) aufgegeben hat.

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