Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-12-01
- Page
- 456 (sequence 6)
- Language
- German
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456 deLtscherr Reich habe wie die Nied-erzwmgung Englands b'rnnen drei Monaten durch den uneingeschränkten U-Boot-Krieg. Und dabei diesen Elementen Politik mit Mora! grundsätzlich nichts zu Lun hat, vielmehr Politik lediglich Machtausdruck sein soll, brauchten sie, wie sie glaubten, auf das Urteil des Auslandes keine Rücksicht zu nehmen, auch nicht auf die Stimmung der jüdischen Kämpfer in den Schützengräben, der jüdischen Bevölkerung im Lande und der keineswegs einflußlosen Juden in den anderen Ländern. Der verleumdete Nennen der Deutschen wurde durch das Gebaren unserer antisemitischen Sto aktionäre im Ausland noch mehr verdunkelt. Ihre Politik ist in einer Weis? zusüMNLNgeörochen, gegen die Jena nur ein blasser Schatten ist. Wilhelm LI. kann sich bei diesen Vertretern des größeren Deutschlands und Deutschlands Erneuerung bedanken, wenn er jetzt Gastrechr in den Niederlanden beanspruchen mutz. Diese allergetreuesterr Monarchisten haben sein edles Wort „Ich kenne nur noch Deutsche" gründlich ins Gegenteil umgekehrt. Ihnen war zudem dasleidende Volk nur Canaille. Gegen die vorn König versprochene und angeordnete Reform des preußischen Wahlrechts kLmpfteu sie mir all ihren robusten Mitteln. Die Vertreter der Kriegsindustrie sackten Millionen ein, Vertrete? der Landwirtschaft verlangten immer höhere Preise zum „Anreiz" der Produktion! Zu gleicher Zeit wurde in ihren Zeitungen und Zeitschriften jeder kleine Fall von jüdischem Schleichhandel und jüdischen Kriegsgewrnnen an den Pranger^gesteLL und verallgemeinert. Hinter der Judenhetze sollten die Sünden der anttseraitischen Patrioten verschwinden. Unser verehrter Sr. Goldmann-Leipzig schrieb hier (im Dezember- Heft 1917) zutreffend: „Es scheint natk-nal zu sein, wenn man an Kanonen und Panzerplatten verdient, während bei Eiern und Strümpfen der Landesverrat einft-tzr." Nun brach die ResolutiOn herein, und die neue Ordnung droht nicht nur die Kriegsgewinne gründlich zu erfassen, sondern auch die Groß-Jndustrie zu sozialisieren. Wieder ist es der Jude, der vorgeschoben wird. Flugblätter werden in Berlin in großer Zahl vertrieben, die für alle Mitzstände und Ausschreitungen der neuen Regierung die Juden verantwortlich machen. Mau vergegenwärtige sich nur die Sachlage: die angeblich jüdische neue Regierung kämpft gegen ultrarevolutiorrärs Forderungen und Agitationen der angeblich jüdischen llnsLhangigen und Spartakusleute. Die jüdische Regierung muß sich mit dem jüdischen Bollzugsrat auseinandersetzen und ringt mir ihm. Die angeblich jüdischen Soldatenräte brandmarken Ueberschreitungen des jüdischen B-oLzugsrats. Das sind vo-llgültige Beweise also^ daß weder die Regierung, noch der BoLZugsrat, noch die DpLNatusleutL, noch die Soldatenrär-e mit dem Judentum als solchem etwas zu schaffen haben. Mindestens eLensswenlg, wie die christlichen Mitglieder der Regierung, des BOllzugsraLs, der Soldarenräte, der SparLakusleute^^ der diszi pliulo seu, Nation olles Eigentum verschleudernden 'Soldaten mit bem Christentum zu schaffen haben. Fast alle Flugblätter und Zettelchen, die gegen die Juden mit verleumderischen Behauptungen' und grvtesken Sinnlosigkeiten