Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 11 (November 1918)
- Article
- Die Kundgebung des Centralvereins
- Date
- 1918-11-01
- Page
- 430 (sequence 4)
- Language
- German
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480 Im deutschen Reich Ln der „Deutschen Zeitung" der General von Geb s alte l. Die jetzige Demokratisierung wird als ein Judasdienst der Juden bezeichnt, um. dessentwiüen man mir ihnen werde Abrechnung halten müssen. Dabei erkennt er an, daß wahrscheinlich nur „verhältnismäßig wenige Juden" die Träger dieses angeblich zersetzenden Giftes seien. Der Gedanke aber stamme von den Juden (Heiterkeit), und darin liege ihre Schuld, die auch dadurch nicht sortgewischl werde, daß Männer wie Payer, Erzöerger, Gröber, Prinz Max von Baden und andere am gleichen Strang? ziehen. Solche Gedankengänge verkörpern das „Prinzip des Bösen" und erinnern an einen Ausspruch unseres Kaisers aus dem Jahre 1902, daß bei den Alldeutschen so wenig Takt und Verständnis zu finden sei, daß man wohl noch an die Gründung eines Bundes zur Abwehr der Alldeutschen werde denken müssen. Solchen Verhetzungen gegenüber ist geboten,-daß wir Juden F a r b e -ö ekennen. Die Liebe zum Vaterland und die Ehrfurcht vor dem König ist uns ein religiöses Gebot. Mit dem Philosophen Cohen-Murvurg wollen wir als Deutsche Juden und als Juden Deutsche sein, weil sich beides nicht widerspricht, sondern, im Gegenteil, ergänzt. (Sehr richtig!) Es haben auch im Kriege die Juden ihre Pflicht getan, daheim wie aus dem Schlachtfelde: mit gleicher Treue bluteten orthodoxe wie liberale Juden und deutsche Zionisten; denn nur ganz Vereinzelte wollen vom Vaterlande nichts wissen. .Für diese wenigen Abgesprengten empfinden wir ein tiefes Mitleid; denn sie sind das Opfer der Verbitterung angesichts der durch Jahrhunderte bis in die jüngste Gegenwart dauernden Verleumdung, Beschimpfung, Verhetzung! (Lebh. Zustimmung.) Sollen wir setzt beim Wandel der Dinge im Vaterlande abseits stehen? Nein, wir müssen Farbe bekennen. Wir machen kein Hehl daraus, daß wir mit beiden Füßen aus dem Boden der innervol irischen Ereignisse stehen, aber nicht im Sinne der Revolution, sondern der Evolution. Und hiermit befinden wir uns in glücklicher liebere instimm ung mit dem unserm Herzen so nahe stehenden, unvergeßlichen Kaiser Friedrich, der bei seinem Negierungsantritt in dem Erlaß an den Reichskanzler Fürst Bismarck sagte, er werde ein Schirmherr der verfassungsmäßigen Reckte des Reichstags, des Bundesamts, des Kaisers fein, aber hinzusügte, daß diese Gewalten ja nur der öffentlichen Wohlfahrt zu dienen bestimmt seien, daß die Abgrenzung ihrer Rechte abgeänderl werden müsse, wenn neu hervortretende nationale Bedürfnisse dies fordern! Und auch Kaiser Wilhelm II. hgl vom Hauptquartier aus anerkannt, daß nach den Opfern des deutschen Volkes diesem ein größerer Einfluß aus die Regierung zu gewahren fest So sehr wir diese Entwicklung begrüßen, ebenso bestimmt lehnen mir weit ab, uns vom Auslands in unsere Verfassung hineinreden zu lassem Wir sind bereit, wie es tzindenburgs heutiger Aufruf wünscht, in jedem unserer Mitbürger nur den deutschen Kameraden zu sehen. (Lebh. Beifall.) Wir wollen alle die Schmähungen, die man uns angetan hat, zurückstellen. Aber wir müssen auf Besserung des Verhaltens bestehen! Wir sind bereit, mit ganzer Kraft uns der Friedensarbeit zu widmen, damit das Vaterland wieder aufölühe. Werden uns im Friehensschluß auch schwere Opfer bescksieden sein, so liegt kein Grund vor, zu verzweifeln. Ein Volk von säst siebzig Millionen kann einen Krieg verlieren, kann aber nicht zugrunde gehen. Die Arbeitskraft, der Sparsinn der Deutschen bürgt uns für eine glückliche Zukunft. Aber Vertrauen ist das erste Gebott Vertrauen zur Heeresleitung, zur Volksregierung, zu den Finanzeinrichtungen und vor allem zum Volke \ e l b ft. .Wenn der Uebenniit der Feinde und die Unwahrhaftigkeit Ihrer Wortführer einen ehrenhaften Frieden verhindern sollten, wenn, um mit einem Bilde unseres Kant zu sprechen, die feindliche Staatsgewalt das Schwer^