Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 11 (November 1918)
- Article
- Umwälzung und Kriegsende
- Date
- 1918-11-01
- Page
- 421 (sequence 5)
- Language
- German
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MmsälAA-nß ftfeg£essbe 421 die Ehre. . Der große Saal ist fast gefüllt; aber immer Treue Mengen strömen noch hinein. Männer, die von der Bernfsarbeit, aus ihren Geschäften kommen, Frauen, junge Mädchen, Matronen, Gymnasiasten und Studenten kommen in größeren Gesellschaften. Die Tribünen füllen sich mit den geladenen Gästen. Der EenLralvorein hat die Vertreter der höchsten Reichs- und Staatsbehörden geladen, die Bürgermeister und Magistrate der Groß-Berliner Städte. Unter den Erschienenen bemerkt man viele der bekanntesten Männer des öffentlichen Lebens. Die führenden jüdischen Persönlichkeiten der großen jüdischen Gemeinde, die Vertreter der Synagoaengemeinde Maß Jisroel und der Reform gemeinde, die Rabbiner, die Lehrer, Vertreter des Verbandes jüdischer Jugendvereine, des Jüdischen Frauenbundes, der Großloge U. O. B. B. für Deutsch!and, des Verbandes der Deutschen Juden, des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes — alle haben Vertreter geschickt. Me Estrade, die den Vertretern dieser Körperschaften reserviert ist, steut eirre jüdische Notabelnversammlung dar. Viel bemerkt wird der Staatssekretär des Innern. Trimö s r it, den der Reichskanzler, Melcher am Erscheinen behindert ist, mit seine? Vertretung beauftrag: hat." Geh. Justiziar Dr. Eugen Fuchs eröffnst? als Vorsitzender des Centralvereins die Versammlung mit einer kernigen Ansprache. Justizrat Dr. Sonn eu selb hielt den ^rupwortrag Wer „das Gebot der Stunde". Ihm folgten Pros. Dr. Franz Oppenheimer, Rabbiner Dr. Weiße, Frau Henriette May vom jüdischen Frauenbund, Rechtsanwalt Dr. Apfel als Vorsitzender des Verbandes der jüdischen Jugendvereins, Rabbiner Dr. Hildesheimer und mit einem Schlußwort Geheimrat F u ch s. Ein SondcrLericht über bte Reden folgt hinter kiefern Aussatz. « Die deutsche Regierung sandte auf die letzte Wilsonnote lediglich eine Empfangsbescheinigung und bat im Interesse eines raschen Aufhörens des Wuwergiestens um beschleunigte Erledigung. Die Alliierten ließen sich jedoch Zeit. Es kam chnen zunächst daraus an, Deutschland noch rasch zu isolieren. Das ehemals stolze Oesterreich-Ungarn begann auseinanderzufallen, die österreichische Regierung erklärte, nicht einen Tag langer auf das Einstellen der Feindseligkeiten warten zu können. Dem Abfall Bulgariens folgte also der für Deutschland viel gefährlichere Oesterreich- Ungarns, und der Habsburgöitte um Ssnderfrie^rr folgte notgedrungen die aibgeschnürte Türkei, gegen die sich ein starkes feindliches Heer heranwälzLe, während sich gleichzeitig eine Kriegsflotte zu entscheidender Aktion vor den Dardanellen versammelte. Es waren furchtbare Keulenschläge, die hintereinander auf Deutschland niedersausten. Von den Nationalitäten, m die das verbündete österreichische Kaiserreich Zerfiel, war die Mehrheit deutschwindlich und bBrrohte uns; selbst die bisher treuesten Freunde des Bündnisses, die Ungarn, verrieten uns. Wer Habsburg hatte wohl um einen Sonderfrieden gebeten, doch konnte sich Kaiser Kar! hierfür auf nichts stützen. Die Tschechen, die Südssawen. die Polen hatten sich bereits lo^elösL, und seine getreueste Garde, die Deutschöfterreicher waren empört übe? den hinterhältigen Bruch der „NibelungentreVs", rmr deretwillen sich Deutschland in diesen furchtbaren Krieg hatte reißen lassen. Selbständige Republiken entstan-