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Im deutschen Reich · 1918-11-01 · Heft 11 (November 1918) · p. 419

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 11 (November 1918)
Article
Umwälzung und Kriegsende
Date
1918-11-01
Page
419 (sequence 3)
Language
German
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Umwälzung und Kriegsende 419 die Hand derjenigen begeben, die tagein, tagaus die Vernichtung und Zerstückelung Deutschlands verlangten, die aus unserer Haut für sich Riemen schneiden wollen? Soll das Selüstbestimmungsrecht der Völker für die Kleinsten bis zu den Tschecho-Slowaken gelten, nur nicht für das 70-Millionen-Volk der Deutschen, die der Kultur, Wissenschasl und Kunst bleibende Werte geschenkt, die als die Ersten eine weitschauende Sozialpolitik eingeführt haben, die ein arbeitsames, pflichttreues, friedliebendes und ordnunastuchtig-es Volk sind? Die Regierung liest sich durch jene Kundgebungen nicht beirren, die zum größten Teil von jenen Schichten ausgingen, die Gegner des neuen Kurses, Gegner der Bersasiungsänderungen waren, und die bis zum unglücklichen Wendepunkt in unserer nnlitärischen Lage fortgesetzt Annexionsforderungen erhoben und verheißungsvolle Frick)ensöestrsöungen durchkreuzt hatten.. Die Regierung ging noch einmal nach langer, langer Beratung bis an die äußerste Grenze des Entgegenkommens. Sie antwortete (am 21. Oktober) dem amerikanischen Präsidenten in ruhigem Ton: sie wies die beleidigenden Anklagen gegen Heer und Marine, die sich bei einem Volksheer gegen das Volk selbst richten, sachlich und mit so gutem Gewissen zurück, daß sie Vorschlägen konnte, durch eine neutrale Kommission die Wahrheit jener Anschuldigungen untersuchen zu lasten. Sie betonte, daß es ihre erste Tat gewesen sei. den Artikel 11 der Reichs- Verfassung dahin ändern zu lasten, daß über Krieg und Frieden nicht mehr Kaiser und Bundesrat allein, sondern auch der Reichstag mit zu bestimmen habe, imb daß weitere Berfassungsändarum aen im Gange seien. Die Regierung ging sogar so weit, eine unserer schärfsten Waffen abzustumpfen, indem sie versprach, daß unsere U-Boote von nun an Pastagierdamr-fer nicht mehr torpedieren werden, obgleich mit denn Wassenstillstand, den zu gewähren die Gegner sieden Tag die Möglichkeit in Händen hatten, nicht nur die unvermeidlichen Greuel des Landkrieges, sondern auch die U-Boot- Torpediewungen von selbst aushören würden. Eine solche Antwort konnte begreiflicherweise nirgends frohe Zustimmung Hervorrufen. Beklemmung lag über Deutschland. .Wenn das deutsche Volk es noch nicht gewußt hatte, so mußte es <nrs dieser Antwort fühlen, daß es bitterernst um Deutschland stehe, daß die Volksregierung zunächst alles, auch Demütigendes, versuche, um dem schwergeprüften Volke das Letzte, einen nationalen Verteidigungskrieg, der womöglich auf unserm eigenen Boden durchgekämvft werden müßte, zu ersparen. Wilsons Antwort traf am 24. Oktober ein. Sie entbleit wiederum neue Forderungen! Herr Wilson schien jenem Gemütsmenschen zu gleichen, der einem Hunde den Schwanz stückweise abbant, weil er meint, es werde d-em Hunde zu webe tun, wenn er ihm sofort den ganzen Schwanz abhacke. Die Vorwürfe unmenschlicher und grausamer Kriegführung wiederholte er zwar nicht mehr, aber er redete von einem Versprechen Deutschlands. diese Kriegführung nicht mehr zu handhaben, das niemals abaegeben worden war, weil es nicht abgegeben zu werden brauchte. Wilson wollte nun endlich, wie er in dieser Antwort sagte, den Waffenstillstandsvorschlag den Alliierten übermitteln, doch er 'sprach nicht mehr von einer bloßen Garantie für die Aufrecht-

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