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Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 11 (November 1918) · p. None

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 11 (November 1918)
Article
Das jüdische Problem
Date
1918-01-01
Page
None (sequence 3)
Language
German
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in nationalem Leben seine eigene KuUrrr entwickeln und wahrhaft im Dienst der Menschheit wirken kann. Die Zionisten sind allerdings, soweit die Zahl der organisierten Mitglieder in Frage kommt, nicht das ganze jüdische Volk. Aber die Legitimation der Zionistischen Bewegung besteht darin, daß sie die Idee bß jüdischen Volkes vertritt und an der Lösung der Frage des jüdischen Volkes arbeitet, dessen Urproblem in seiner Heimallvsigkeit und seiner Entwurzelung ruht. Gewiß hat Herr Dr. Nathan recht, wenn er feststeüt, daß im deutschen Judentum augenblicklich die Zionisten der Zahl ihrer organisierten Anhänger nach nur eine Minorität darstellen. Trotzdem haben die Zionisten Deutschlands den Mut, eine Kongreßbewegung zu beginnen, die ans demokratischer Grundlage allen Juden Deutschlands die Möglichkeit geben wird, zum jüdischen Problem Stellung zu nehmen. Erst die Ergebnisse dieser Kongreßbewegung werden zweifelsfrei zeigen, ob nicht auch das deutsche Judentum der jüdisch-nationalen Äussasjungsweise näher gekommen ist. Daß von der zionistischen Bewegung eine schädliche R ü ck w i r - f u n g aus die Stellung der deutsche n I u d e n oder gar der Juden der zivilisierten Welt überhaupt ausgehen könnte, muß durchaus bestritten werden. Die Achtung der Kulturwelt vor dem erneuerten jüdischen Volksrum und seinen Söhnen kann nur wachsen, wenn sie in Selbstachtung und Offenheit bekennen, daß sie sich als Teile des jüdischen Volkes fühlen. Von Bedeutung ist auch, daß die sozialdemokratische Partei in den Ländern der Entente und die Programmkommission der Stockholmer Sozialisten- Konferenz das Recht des jüdischen Volkes aus die nationale Heimstätte in Palästina anerkannt haben. Or. Nathan fragt: „Was sind jüdische Angelegenheiten?" Tatsächlich dürste die Erziehung der Jugend eine der wichtigsten Angelegenheiten der jüdischen Volksgemeinschaft in Deutschland fein. Wir glauben, daß eine vertiefte jüdische Erziehung' einheitliche und selbstsichere Menschen schassen wird, die gerade durch die Selbstverständlichkeit ihrer jüdischen Art und die Offenheit ihres Wesens der nichtjüdischeu Umgebung willkommen sein werden. Der nationalen Autonomie der Juden des Ostens scheint auch Herr Dr. Nathan nicht unbedingt ablehnend gegenüber zu stehen, da er Wert daraus legt, daß die Juden vor allem über das, was sie wollen und nicht wollen, selbst entscheiden. Wenn ihnen aber dieses Recht zuerkannt wird, so ist nach allen Erfahrungen kein Zweifel darüber möglich in welcher Richtung sie sich entscheiden werden. Verfehlt ist es, ha. der Forderung nach nationaler Autonomie den Anlaß zu Ausschreitungen gegen die Juden zu erblicken. Wo immer Pogrome stattgesunden haben, sind sie aus Gründen erfolgt, über diesich, die Kenner der Geschichte des Antisemitismus keiner Täuschung Hingaben können. Der Beweis, daß irgendwo in der Welt eine Judenverfolgung durch jüdisch-nationale Forderungen hervoraerusen wurde, ist nicht zu erbringen. In ihrer Autonomieforderung haben die Juden die Unterstützung sowohl der Regierungen der Entente und der Vereinigten Staaten, als auch der internationalen Sozialdemokratie gefunden.' Der Grundsatz, ha$ auch kleine Völker das Recht aus Eigenleben haben, hat sich im Kriege endgültig durchgesetzt." Diese beiden Artikel geben den Strebt der Meinungen aus zwei Lagern in Deutschland wieder. Es sei mir gestattet, den Standpunkt des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens darzmegen, der sich auch mit dem Standpunkt des Verbandes der Deutschen Juden deckt. Die im Verbände der Deutschen Juden

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