Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 11 (November 1918) · p. None

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 11 (November 1918)
Article
Das jüdische Problem
Date
1918-01-01
Page
None (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2316602-2316876-2316886-2354796--29151-2354846
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

rm-d im Sentm&erekt deuffcher MMen GlauLens vereinigte -. WemMtGerLe Mehchmt der deutschen Juden muß gegermber den, rrur einen Leinen Bruchteil der deutschen Juden b-arstellenden Zimnsten, welche von einem einheiMchen jüdischen Volke und einer eircheitlichen jüdischen Nation sprechen, mit allem Nachdruck betzo-nsn, daß wir jüdischer- Deutschen uns als einen unablöslichen Beftaudtetl des deutschen Bo-lkes fühlen, daß wir ein jüdisches Volk nicht sind und nicht sein wollen. Nationale Zugehörigkeit Ist nicht nur eine Frage dies Seins, sondern auch des Wollens. Ich Hube das des näheren in meinem Artikel: Glaube und Heimat („N. I. M." 1917, 629; „I. d. RN 1917, S. 338} Qusgesührn Wir sind kein Myches Volk; nicht nach Sprache, Kultur und HÄmatsenchsm-den. Wir wollen auch kein jüdisches Volt werden, schon des Judentuum wogen. Jwischeu den Ost- und Westjuden besteht ein m'mmellr oller Unterschied. Die Juden des Ostens mögen nach Sprachst, llultur und Heimatsempfindung eine jüdische Narionalität in den cmgÄmen Staaten des Ostens seine Ein einheitlich jüdisches Volk sind auch die rumänischen, russischen, rnthenischen usw. Juden nicht. Vielleicht werden sie im Lause der Zeit ein: einheitliches jüdisches Volk werden, heute sind sie es nicht. Wir jüdischen Doutscbeu wer an. "in wlw.es Volk nicht werden, sondern eine Glaubouchmmeinch:sr ölab'N.n um des Glaubens willen. Wir begrab'iercr. dos Judoururr. wenn mir die jüdische Glaubensgemeinschaft auf ein nationelw N'rcau berabdrücken, und dann im Kreis der Völker nicht eine Grcchmacho sind, sondern am Ende gar hinter den Kleinsten ranaöerc n. Wir zerstören das Judentum, wenn wir in den Streit der Natwnen eintreten, wenn die Juden in Palästina vielleicht nach England und den anderen Ländern der Entente tendieren und die Juden rer Diaspora ihrem Vaterlande treu Lleiren. Heute sich nationale Tendenzen mit Gewalt einzureden, ist für alle die Juden, die in national geschlossenen Ländern leben und weiter leben.wollen, eine große Gefahr. Denn das natiOnalistifche Empfinden Wt überall 1 wart überhandgenonnnen., last stde Nation und ' dw Nm'buchen heute das Bestreben hat, .'-^.glichst national ge"er ',r fgn öleiben und alle Elemente zu beimpfen und -Ouszuwwr.en, vm -ach: ganz in ihrem Nationalen Empfinden aufaHen, Das hat den Eentralvereiu zu folgender liesolution veranlaßt, der sich der Verband. der Deutschen Juden (aeg. Geh. JVllmat Casio l) und der Deutsch-Israelitische Gmneindebund (gez. V ' D". Kalischer) angeschlossen haben: Die unterzeichnen Verwinde, welche die überwiegende Mehrheit der Deutschen jüdischen Glaubens in sich vereinige::, erklären, im Gegensatz zu dem Standpunkt der einen Bruchteil unserer Glaubensgenossen vertretenden Zionisten, daß wir uns als nnaölöslichen Bestandteil des deutschen Volkes fühlen, daß wir eine Glaubensgemeinschaft, nicht aber ein jüdisches Volk in Deutschland sind und jeder nationalen Absonderung widerstreben. Br. Eugen Fuchs. Verarmvorrttch für Redaktion und Tsrlaai Ha tob scheret, Berlin-Steglitz. Noratlonsdruck: Möller L Borel G-in-b-H., Berlin SW. 68.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.