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Im deutschen Reich · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · p. 383

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-10-01
Page
383 (sequence 7)
Language
German
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Umschau Organ des Verbandes gegen die UeLerhebung des Judentums, der sich in richtiger Selbsteinschätzung, aber falscher Orthographie VUI nennt? Unsere Leser erinnern sich noch jener gassenantisemitischen Rede, die Prof. Or. Edgar Meyer aus Innsbruck auf dem Volkstag in Sterzing gehalten hat. In Oesterreich war ihr Abdruck verboten. Das offizielle Organ des Alldeutschen Verbandes hat sie im Wortlaut verbreitet. Dieser Herr ist auf dem Hannoverschen Verbandstag nicht nur als Redner aufgetreten, er wurde sogar in den geschäftsführenden Ausschuß neu hineingewählt, in denselben Ausschuß, der die Judenfrage eingehend prüfen soll. — Andererseits können die Alldeutschen noch antisemitischer, als sie schon sind, nicht werden. Was also plant der Verband in der Judenfrage? * Die Verwüstung der moralischen Begriffe, an der die alldeutschen Antisemiten arbeiten, zeigt sich auch in ihrem Verhalten in Sachen Houston Stewart Chamberlüün Nach der Verurteilung des unermüdlichen Vorkämpfers des Rassenantisemitismus durch das Frankfurter Schöffengericht, nach der Feststellung in der Urteilsbegründung, daß Chamöerlain für seine öffentliche Angabe, die „Frankfurter Zeitung" vertrete englische beziehungsweise anglo-amerikanische Finanzinteressen und sei, wie behauptet werde, in Feindes Besitz, nicht den Schatten eines Beweises erbracht habe, wird sein inkriminierter und verurteilter Artikel über die Vaterlandspartei im Sonderdruck (wie das „Leipziger Tageblatt" berichtet) noch einmal verbreitet mit der ausdrücklichen Aufforderung „Zum Nachdruck erlaubt"! Ein von dem Direktor der Norddeutschen See-Kabel-Wer!e A.-G., Diederichs, unterzeichnetes Begleitschreiben zu dieser Sendung führt aus, daß dieser „vaterländische Aufsatz ... in jedem Deutschen die Liebe zu seinem Vaterlande zu stolzer Entfaltung bringen muß", lieber den Verfasser heißt es: „Seine früheren Landsleute mögen ihm den Vorwurf des „Renegatentums" machen, uns Deutsche kann seine Entwicklung nur mit Genugtuung und Stolz erfüllen, besonders in einer Zeit, in der unsere Feinde unter Englands Führung uns, bar jeder Scham, mit einer Schlammflut von Lügen und Verleumdungen überschwemmen, die uns vor der ganzen Welt als ein Volk von Schurken hinzustellen bezweckt, und der leider van ragender Stelle bei uns noch immer nicht in gebührender Weife entgegengetreten worden ist. Deshalb ist Chamberlains Aufsatz wohl geeignet, aus unser Volk jetzt einzuwirken, wie zur Zeit der Freiheitskümpfe eine Rede Ficht es auf unsere Vorgänger . . Man 'faßt sich, so bemerkt hierzu das zitierte Leipziger Blatt, an den Kops! In einer Zeit, in der „unsere Feinde, unter Englands Führung uns, bar jeder Scham, mit einer Schlammflut von Lügen und Verleumdungen überschwemmen", wird ein

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