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Im deutschen Reich · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · p. 384

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-10-01
Page
384 (sequence 8)
Language
German
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384 "Im beutüneu Reich Engländer, der bicfci&c n Methoden gegen Deutsche, nur in Deutschland selber, annemenhei hat, in dieser [einer Wirksamkeit mit Fichte verglichen! — Wir fügen hinzu: gegen Deutsche und vornehmlich gegen jüdische Deutsche. Aber noch mehr. In der alldeutschen Presse wird aus Anlaß der gerichtlichen Verurteilung zu Geldsammlungen für einen ,,D e u t s ch e n C h a m ö e r l a i n -Dan k" aufgefordert! Die Sammlung soll, wie in dem Ausruf ausgeführt wird, „die Mittel zur nachdrücklichen Fortsetzung des begonnenen Kampfes anfbringen". Vorsichtigerweise wird hmzugefügt, daß die einlaufenden Gelder nicht für die Prozeßführung oder -folgen nutzbar gemacht werden [ollen: das würde nämlich gegen das Gesetz verstoßen. Wer ganz gleichgültig, was mit den Geldern geschieht — welch eine Verwirrung der Moralanschauungen, welch eine Mißachtung eines Gerichtsspruches, nicht zuletzt welch eine hohnvolle Kampfansage an das Judentum, wenn man für einen Antisemiten und Schädiger der inneren Front, der wegen verhetzender, unwahrer Behauptungen verurteilt worden ist, der erst vor zwei Jahren ans dem englischen llntertanenverband ausgeschieden ist, Zu einer Geldsammlung auffordert, die den Namen fuhren soll „Deutscher Chcnnberlain -Dank"! Wahrlich, die teutonischen Welk- und Judenschlucker treiben es arg. Nur so weiter! Eines Narren Bolzen sind, wie Shakespeare sagt, rasch verschossen. I. Sch. Ein-rücks tmb Erlebnisse irr MZrmLniem Von Feldrabbmer Dr. Gänger. Die Zeit zwischen dem Friedensabschluß und dessen Ratifizierung ist für den beobachtenden deutschen Juden hur außerordentlich interessant. Wohin man in jüdischen Kreisen hört, wo man auch dem rumänischen Juden begegnen mag, überall dieselbe Frage: Wird mau uns auch wirklich die „Rechte" geben, 'nerhen die Rumänen, bereu Unzuverlässigkeit und mangelnde Wahrheitsliebe jedem Juden zu einem selbstverständlichen Axiom rmrd.m mußte, uns nicht von neuem betrügen wie Tnno 1678? — Die LVcyre sind ihm unterdessen durch den FriedensverLrag verbürgt worden, und an einer Annahme durch die Kammern sollte natürlicherweise nicht mzweifelt werden können. Wohl machen sich gerade in den Tagen, in denen diese Zeilen niedergeschrieben werden, bei den maßgebenden rumänischen Behörden von neuem Zweifel geltend, als ob die Regelung der Jude:?- frage doch nicht ganz so einfach wäre, wie sie der Friedensvertrag Vorsicht, und die Inden leben wieder einmal in berechtigter Gorge. Dennoch ist zu hoffen, daß trotz aller scheinbaren Schmierigkeiten,

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