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Im deutschen Reich · 1918-10-01 · Heft 10 (Oktober 1918) · p. 379

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 10 (Oktober 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-10-01
Page
379 (sequence 3)
Language
German
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Umschau 379 Rechnung zu stellen und im Vertrauen aus das starke Schwert sich um Imponderabilien nicht zu kümmern. Die Gegner hatten Zeit und ungehinderte Möglichkeiten, über uns Verleumdungen zu verbreiten, die die Völker des Erdballs in Empörung gegen uns versetzen mußten. Raffte sich schließlich die deutsche Regierung zu einer Erwiderung aus, so kam sie meistens zu spät; die Drachensaat war bereits aufgegangen. Und wäre das auch nicht der Fall gewesen — von dem, was der Angreifer gegen ihn an Schmutz wirst, bleibt am Verteidiger immer etwas hängen. Darum wurde immer dringlicher aus den Lagern aller Parteien eine politische Offensive verlangt; und die Erkenntnis, daß mit dem Schwert allein ein Frieden nicht herbeigeführt werden kann, ist gerade in den letzten Wochen ungemein gewachsen, nachdem kurz zuvor der Staatssekretär o. Kühlmann wegen dieser Erkenntnis vor dem alldeutschen Sturm sein Amt hatte verlassen müssen. Diese politische Offensive sollte aber nicht euren ebenfalls unmoralischen Gegenfeldzug mit Verleumdungen und Haßschürerei darstellen. Sie konnte und durfte im Gegenteil nur ein Ziel haben: die Hindernisse für eine Verständigung forträumen, vernehmlich und immer vernehmlicher gegen das fest verriegelte eiserne Tor pochen, hinter dem die Friedenssehnsucht der gegnerischen Völker im dunklen Kerker gefangen liegt; das dem Licht der Friedenssegnungen den Eingang sperrt; hinter dem Seufzer und bange Herzschlage zu hören sind. Das Ziel unserer politischen Friedensoffensive war und konnte nur sein, im Innern die Geschlossenheit zu stärken, nach außen den durch Lügen aufgepeitschten Völkern die Wahrheit näher zu bringen; mit der Stimme der Vernunft, der Besinnung, der Menschlichkeit die Vernunft, die Besinnung, die Menschlichkeit der anderen zu wecken; die Guten und Edlen in jedem Lande in ihren Versuchen, dem Frieden eine Gasse zu bahnen, p stärken; einen gemeinsamen Abscheu zu entfachen gegen diejenigen Staatslenker, die ohne menschliches und politisches Gewissen Vernichtung, Gewalt bis zum äußersten! schreien und Millionen von Menschen habgieriger Zwecke wegen dem Tode und Siechtum überliefern. Noch ist der Einfluß der Kriegsschürer zu stark. Sie haben gleich Kadmos Drachenzähne gegen uns ausgesät, und zahllose gepanzerte Männer wuchsen daraus in allen Landen. Sie sind nur zu bewältigen, wenn man, wie die griechische Sage erzählt, einen Stein unter sie wirft, so daß die Spartoi sich gegenseitig umbringen. Die F r i e d e n s n o t e tue s ö sterreich i s ch e v, M i n i st e r s des Auswärtigen, Grafen Burian, seine Anregung zu einem unverbindlichen Gedankenaustausch an

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