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Im deutschen Reich · 1918-09-01 · Heft 9 (September 1918) · p. 339

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 9 (September 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-09-01
Page
339 (sequence 13)
Language
German
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Umschau 339 famtltdjer Kosten und Veröffentlichung des Urteils in 23 namhaft gemachten Zeitungen. Gegen das Urteil ist von beiden Seiten Berufung eingelegt worden. Her Chamberlain ist ein Vorkämpfer des Rajsegedankens und betätigt sich als solcher in erster Linie als Antisemit. Er gehört zu den gefährlicheren Gegnern, weil er als Wissenschaftler austritt, unheimlich viel gelesen hat und aus allen Ecken und Winkeln Zitate zusammenzukratzen versteht, die er für seine Rassenlehre verwenden kann. Den übrigen Teil seiner Kenntnisse und Belesenheit versenkt er stillschweigend in den Teich des Vergessens. Aber nicht nur die Juden sind die Objekte seiner Angriffe, wobei er sogar bis nach Rumänien hinüber in gehässiger Weise die Warnung sendet, den dortigen Juden irgendwelche politischen Rechte zu gewähren („Deutschlands Erneuerung", Juliheft), sondern auch alle diejenigen, die an der alldeutschen Welteroberungspolitik Deutschlands kein Gefallen finden. Dieser Engländer wirst seit Jahren Streit und Zank in die Reihen der Deutschen. Unseren Alldeutschen sind die Engländer zwar Meechten Söhne Beelzebubs; aber sie können auch anders. Wer s n r sie ist, darf selbst Engländer sein, kann als solcher sogar zum Führer erkoren werden. Erst vor zwei "Jahren, wahrend des Krieges, hat sich Herr Chamberlain, der Sohn eines britischen Admirals und Schwiegersohn Richard Wagners, naturalisieren lassen, nachdem er sein Vaterland mit jenem unangenehm wirkendem Uebereifer begeifert hatte, der bei Renegaten häufig zu finden ist. Im Fall der „Frankfurter Zeitung" ist gerichtlich sestgestellt worden, daß Chamberlain, der der Verhandlung übrigens ferngeblieben ist, für seine Behauptungen nicht den Schatten eines Beweises erbracht habe. Er konnte das nicht, obwohl er einen beschlagenen Anwalt, den ersten Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, Herrn Justiziar Claß, mit seiner Verteidigung betraut hatte. Es ist demnach sestzustellen, daß Herr Chamberlain eines der angesehensten Blätter Deutschlands direkt oder indirekt öffentlich des Landesverrats bezichtigt hat, ohne den Schatten eines Beweises, Wir stellen noch fest, daß er die „Frankfurter Zeitung" als einen Schädling des Deutschen Reiches brandmarkte und dabei zngeben muß, daß er sie nicht liest. Ein solches Verfahren muß selbstverständlich zurückwirken ans die Beurteilung der Wissenschaftlichkeit dieses Rasseforschers, aus die Einwandfreiheit seiner Unterlagen, ähnlich wie die vielen Unrichtigkeiten in den Angaben des Literaturprosessors Bartels aus den Ruf seiner Wissenschaftlichkeit znrückwirken. Deshalb stellte sich die „Kreuzzeitrmg" sofort schützend vor Herrn Chamberlain in Ausführungen, die die Tendenz haben: Der Gelehrte ist vom

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