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Im deutschen Reich · 1918-09-01 · Heft 9 (September 1918) · p. 337

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 9 (September 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-09-01
Page
337 (sequence 11)
Language
German
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Umschau 337 Der weitere Verlaus der Besprechung, die sich nun noch^durch mehrere Tape hinzog, brachte eine Ännwmitenrede des Kollegen Heins- Cassel, die dem Lehrerstande leider nicht zur Ehre gereicht. Wir werden uns gewiß nicht damit cnverstanden erklären können, daß sowohl der Aög. Kanzow wie der Dbg. LeinerL die Rede des AÜg. Heins mit seiner seminarischen Vorbildung in Verbindung gebracht haben — wir haben auch unter den Akademiker:: recht wüste Antisemiten gehabt —, aber das muß man ohne weiteres zugestehen, daß diese Rede dem A n - sehen des L e h r e r st a n d e s u n g e mein geschadet hat und schaden w i r d. Ganz abgesehen davon, haben wir in Preußen über 300 jüdische Voltsschullehrer, die in d e r F r o n t und in der Heimat ihre Schuldigkeit so gut wie jeder andere getan haben; sie vom Wahlrecht ausschließen zn wollen, ist solche Ungeheuerlichkeit, ■ daß man nicht versteht, wie gerade ein Bolksschullehrer ernsthaft dieser Gedanken im Parlament vertreten kann. War es doch z. B. ein jüdischer Semmarlehrer, der als einer der ersten oder gar als der erste unserer Werussgenossen das Eiserne Kreuz erster Klasse erhalten hat, und der nachher sein Leben für das Vaterland gelassen hat. Auch sollte Herr Heins wissen, —es ist ihm ia dann von inebroren Seiten deutlich gesagt worden, — daß die Rassensrage denn doch nicht so leicht zu lösen ist, wieer es sich denkt. Es steckt schon viel jüdisches Blut in unserm preußischen und deutschen Volke, wollte man hier nachspüren, dann müßten auch der ViZepräsident des Staatsministeriums, Or. Friedberg, der Staatssekretär Schiffer und der sreilonservative Dr. Arendt vom Wahlrecht ausgeschlossen werden. Ja selbst der ehemalige konservative Führer Graf L i m ü n r g - S t i r n m war nicht rassenrein, gar nicht zu reden von dem Professor Stahl, dem Hauptanwalt der Konservativen in der 'Zeit, da Preuße.: ein Versassungsstaat wurde. Und dann sollten wir doch nicht vergessen, daß Christus und seine Apostel aus dem jüdischen Volke hervorgcgangen sind: was würden die sagen über eine solche Rede eines „christlichen" Volt'sschullehrers nach fast 2000 Jahren seit Entstehung des Christentums? Herr Heins ließ es dann auch garnicht zu einer Abstimmung über seinen Antrag kommen, er zog ihn schon vorher Zurück und hat sich und seinen Antrag damit selbst "am besten gekennzeichnet. Von besonderem Reiz ist es, daß diese scharfe Verurteilung von der „Hessischen Schulzeitung" in Nummer 22 wörtlich übernommen worden ist, ohne daß sie für Herrn Heins auch nur ein Wörtchen der Milderung hinzufügt. Die „Hessische Schulzeitung", das Organ des hessischen Bolksschullehreroereins und des Waldeckschen Lehrervereins, erscheint in Cassel, der Stadt der Heinsscheu Wirksamkeit. Also diejenigen sogar, die Herrn Heins persönlich kennen, rühren keinen Finger zu seiner Verteidigung, geben vielmehr schweigend, das heißt zustimmend die scharfe Verurteilung wieder! In der „Preußischen Lehrerzeitung" wurde bemerkt, daß über 300 jüdische Volksschullehrer in der Front und in der Heimat ihre Schuldigkeit getan haben, und daß ein jüdischer Seminarlehrer, d?r inzwischen gefallen ist, als einer der ersten oder gar als erster der Bern.ssgenossen das Eiserne Kreuz 1. Klaffe erhalten habe. Sich das Eiserne Kreuz zn erringen, öst nicht jedem vergönnt. Herrn Heins soll auch kein Vorwurf daraus gemacht

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