Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 290

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-07-01
Page
290 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316876-2316883--28790-2354391
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

280 Im deutschen Reich und dis oberen Klassen der Gymnasien. Er verfehlt auch nicht, wie Earl Enders betont, sich wieder einmal als Würdigen Nachfolger Rückerts mit seinen geharnischten Sonetten vorzustellen und sich über das Totschweigen seiner deutschvölkischen Gedichte zu beklagen. Er, der das TorschWeigen im vorliegenden Werke so trefflich übt! Und noch einen kleinen Beitrag zur Persönlichkeit des Literarhistorikers Bartels, den man — trotz seiner Vielschreibern und Reklame — wissen'cd''.'ich durchaus nicht ernst nehmen will. Io. Nr. 4 seiner „Ds'-:si-»nNot" macht er einen kleinen Ansatz, als Wohlerzogener DL 'Tg zu erscheinen. Er schreibt: „Die jüngste beulsche Literarnr wird in dLutschvölkischeN Kreisenimmer häufiger als..Judenjungenliteratur" bezeichnet. Das ist geschimpft, und da ich trotz einer Neigung zu kräftigem und deutlichem Ausdruck ein höfiicher Mann bin, kann ich es nicht billigen." Dann aber führt er aus, der deutsche Grimm, (der deutsche!) sei berechtigt; denn unter 2000 Dichtern habe er, Bartels, etwa LOO Juden verzeichnet, das seien 15 Proz- In der „Moderne" allein habe man sogar etwa 25 Proz. Juden, und in der neuen Schule des Expressionismus sind sicher (!) die Hälfte Juden, wenn nicht schon mehr". Das ist ihm Zu viel, da doch der Jude gemäß seiner Bevölkerrmgsziffer nur ans 1 Proz. Anspruch habe. Wir können nicht nachprüfen. Wieweit die angegebenen Prozentzahlen falsch sind. Daß sie falsch sind, dafür bürgt der' Name Bartels! Etwaigen Zweiflern schafft er selber sofort den Beweis für seine Unzuverlässigkeit. Er fahrt nämlich fort: „Die „Sensationen" der neuesten Zeit dürsten denn auch alle jüdischen Ursprungs sein: Georg Kaiser, den man jetzt unter allen Umständen zum großen Dichter machen will, ist Jude, Walter Hasenclever, der Verfasser des „Sohns", ist es nach seinen Bildern zu rechnen auch, und Reinhard Goeriugs (heißt der Mann wirklich so?) „Seeschlacht" weist, wie mir ein genauer Kenner schreibt, ganz abgesehen von dem revolutionären Gehalt, auch „die jüdische Sprachmelodie" aus, die für feine Ohren unverkennbar ist." Zunächst ist Walter Hasenclever Christ, seine Mutter soll allerdings jüdisches Blut haben. Georg Kaiser ist Christ, und Reinhard Goering ist Christ. Wenn sie Juden Wären, Wäre es noch so! Wir wollen nur fesrfteüen, wie leichtfertig der deutschvölkische Herr Bartels arbeitet, und wie meilenweit er von deutscher Gründlichkeit entfernt ist. Da er so gern nach Prozenten rechnet, sei ihm vorgehalten, daß bei den Beispielen, die er angeführt hat, — wenn Wir st stenüww als Halbjuden zählen — 83 Proz. Ünwahrhei: urwer ia: 's:: Das ist selbst für einen Antisemiten reichlich. Wenn Crawls übrigens erklärt, er habe Hasenclever nach seinen Bildern zu den Inden gerechnet, so darf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.