Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 289 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau 289 sprechen zu lassen. Herr Bartels schreibt sich selber „Kritiken" über sein Schaffen. Zufällig sind mir fast gleichzeitig mit den Hefter? der „Deutschen Not" einige Belege für die MissenschastlichkeiL des Literarhistorikers in die Hände gefalle?!. Fedor von Zobeltitz veröffentlichte im „Berliner Tageblatt" vom 6. Juni 1918 einen Aufsaff über eine alte Schnurre, die Otto Erich Hartleben für seine -pumoreske „Der gastfreie Pastor" verwertet haben dürfte. Er erzählt unter andere?'?: „Beim Stöbern in meiner Bücherei stieb ich nenlicb aus ein paar Dutzend Bände des alten Herloßsob?!, die sich in den hinteren Reihen verkrochen hatten, und bekam dabei eine?? sogenünnwn kölnischen Roman von ihn? in die Hand, der sich „Fahrten und Abenteuer des M. (agisters) Gsudelins Enzian" nctciU. Larl Herloßsoh?? (den Bartels übrigens irrtümlich als „I n b e" bezeichnet, wahrscheinlich durch den Namen verfuhrt; er hieß aber eigentlich Herlaß und war der Sohn eines katholischen Schneiders in Prag) hat fürchterlich viel geschrieben . Zweiter Beleg für das mur-iffenschaftliche Arbeiten des Herrn Bartels. Das „Literarische Echo" (1. Maiheft 1918) enthält eine Besprechung des demschvölkischen Dichterbuches „Volk und Vaterland" von Adolf Bartels, eines Sarmnelbuches derjenigen Lyrik, die nach des Zusammeustellers Angabe „völkische Erziehungswerke" verfolgt. Dis Besprechung fiamnü aus der Feder von Carl Enders in Bonn, der vornehmlich die umfangreiche Einleitung von Bartels, in der er literarisch, ästhetisch und politisch kämpfend und schi?npfeud austrilff behandelt. Enders führt nun u. a. aus: „Alle „Nichtdeutschen" und „fyrcmb5iütfgeii'*, wohlbemerkt t m Vaterland, seien sie auch deutsche Staatsangehörige oder Bürger, möge?: sie auch wie alle anderen ihr Blut und Gut hingegeben habe?? für des Reiches Bestand und Wachstum, mögen sie auch ihre glühende Liebe zu ihm bewiesen haben, ja. mögen sie auch -auf dem Gebiet, das hier be- Sdelt wird, gleichwertig mirgearboiLer haben, als Dichter zu Deutsch- )s Ruhr??, sie sollen ausgeschlossen werden von der Mitarbeit au der deutschvölkischen Kultur der Zukunft. Mar? wird nicht einen? sinZigen jüdischen Namen (in den? 1000 Seite?: dicken Sarnmelöuch!) begegnen, obwohl doch Lissauersche Lieder, um nur einen zu nennen, ober das Lied des gefallenen österreichischen Soldaten Zuckermann in aller Mund und Herzen waren und sind 9'acrbem Bartels die Dichter des Weltkrieges, die vertreten [mb, cmflw o:yi bat, muß er zum Schluß bemerken: „Dazu fäme dann noch eine Reibe N i eh i. d e n t) ch c r, die uns in Viesern deutschvölkischen Dichtervnche n i ch t s a n g e h c?? «,!)." Das farm doch in diesem Zusammenhänge nur heißen, daß jedes Lied, mag es jetzt gut sein oder 'wirke??, verworfen werden?nuß, sobald sich bei diesem Scherbengericht Herausstellen sollte, daß es von einem Juden stammt. Was soll inan dazu noch sagend Ist das lächerlich oder unsittlich? Man kann das ja ruhig der Gerechtigkeit der göttlichen Weltordnnng überlassen, zumal das „garrnanoiSB" deutsche "Volt w seiner Gesamtheit anders deuten dürste." Bartels empfiehlt auch hier wieder selber feixr Buch als geeignetes Unterrichtsmittel für Volksschulen, Lehrerseminare