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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 288

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-07-01
Page
288 (sequence 2)
Language
German
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288 Im derüschsrr Reich dem fleißigen Herrn die 2000 Mk. und finden es von den „Deutschvölkischen Blättern" gar nicht nett, daß sie die Dithmarscher Bauern wegen ihrer hochherzigen Handlungsweise zwar loben, zugleich aber sagen, daß Geber und Empfänger einander wert seien. Wir schätzen die Dithmarscher Bauern höher ein. Wie das Antisemitenblatt ferner miiteilt, hat Adolf Bartels von seiner Heimatprovinz Schleswig-Holstein den Auftrag erhalten,eineGefchichtederSchlsswig-HolsteinerLiteraturzuschreiben; die Arbeit werde mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Auch dies gönnen wir ihm, obgleich wir keineswegs sicher sind, daß Herr Bartels, durch die große neue Aufgabe festgelegt, in seiner Judenjagd notgedrungen eine Pause eintreten lassen wird. Der Antisemitismus gehört zu seiner Nahrung und trotz dem .arbeit» und ehrenvollen Auftrag wird er, wie wir ihn kennen, die Oeffentlichkeit weiter mit seinen Klage» darüber belästigen, daß er nicht anerkannt werde, weil das rachsüchtige Juda ihn für seine Gesinnung strafe. Er prahlt zwar fortgesetzt mit den hohen Auflagen seiner Literaturgeschichte: aber er ist ein armer Verfolgter und muß ingrimmig sehen, wie andere, durch Judas Cmfluß gefördert, es zu Ehren und Geld bringen. Seit Januar 1818 gibt Herr Bartels in Weimar Monatsblätter heraus „Die Deutsche Not". Hier kann er sich nach Herzenslust tummeln. Kein Herausgeber oder Redakteur kann ihm Geschmacklosigkeiten streichen oder ihn freundschaftlich darauf aufmerksam machen, daß Eigenlob etwas Undeutsches und keines Mannes von Takt und Bildung würdig sei. In Nummer 3 (Märzhest) beklagt er sich wieder einmal, daß er noch nicht eine Honorarprofessur erhalten habe und erzählt dabei von seinen „neuerenWerken,dem nixtzlrchen und unentbehr!icheu„Handbuchzur Geschichte der deutschen Literatur", der „Großen Einführung in die Weltliteratur im Anschluß an das Leöen und Schaffen Goethes", Len kleineren, aber auch nicht ganz unwichtigen Büchern über Fritz Stavenhagen, Wilhelm von Polenz, das Weimarische tzoftheater usw. . . . Wenn man einen so ausgesprochenen Parteimann wie Ludwig Geiger, den Herausgeber der „Allgemeinen Zeitung des Judentums", an der Berliner Universität nicht bloß duldet, sondern ihn sogar Zum Geheimen Regierungsrat macht, weshalb nicht auch einen ehrlichen Antisemite??, der wissenschaftlich vielleicht noch einwandfreier ist?" Das „vielleicht" ist köstlich. Adolf Bartels weiß eben, daß man Einwände gegen seine Wissenschaftlichkeit erhoben hat und erheben darf. An einer anderen Stelle desselben Heftes ist er aber eindeutiger und unbescheidenrr. Da preist er seine Arbeit „Lessing und die Juden" als stattlichen Band von 284 Seiten an und schreibt sich selbst das Zeugnis aus: „Es ist eine durchaus wissenschaftliche Darstellung (die Sperrung stammt von Bartels), die die ganzen Verhältnisse znm erstemnal klarlegt und »- a. auch mit Erich Schmidts Lessingwerk abrechnet." Anders vermeiden es, in ihrem eigenen Blatt eigene Werke be-

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