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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 284

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
Betrachtungen zum Pogrom in Krakau
Date
1918-07-01
Page
284 (sequence 3)
Language
German
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2S4 Am deutscher: Reich durch Vermittlung des Juden, des Nurhändlors oder Nurvec- Mrttlers. ,Weil der Ernährungsdienst ein elender ist, weil die Bauern die staatlichen Maßnahmen und Verordnungen in der Praxis illusorisch machen, ist die Versorgungsmisere bei uns chronisch und konstant. Der Jude, der Händler sucht nun dem Bauer seine Früchte um den höheren Preis abzunehmen und versucht, die notwendigen Bedürfnisse zu befriedigen, indem er dem egoistischen Bauer die Ware doch heranslockt. Nun heißt es: der Jude, der verkauft und die Bedürfnisse befriedigt, ist der Wucherer — der Bauer, der das Geld einsteckt und die Regiernngsmaßnahmen direkt verlacht, ist der — Wohltäter. Genau so erging es den Juden bei dem Propinatronsrechte: der Grundherr hat durch Vermittlung des Juden Schnaps verkauft, das Odium hat der Jude tragen muffen. Nun ist die Bauernklasse auch als Partei organisiert, und zwar in Westgalizieu als sehr starke Volkspartei, die sich zwar in zwei Gruppen gespalten hat, doch in einem Punkte einig ist, daß nämlich die Juden wirtschaftlich ganz ausznschalten seien. Mit deur Steigen der ErnährunAsschwierigkeiten in den Städten einerseits und dem Wachsen der Vermögen der polnischen Grund- Herren, des Bauernstandes andererseits, schien der polnischen Gesellschaft, insbesondere der Bauernschaft, und der zahlreichen Berufsintelligenz der Moment gekommen, die alte Theorie auf* zairischen, daß der Jude verbrannt werden muß. Soll man denn eine SLrafexpedition der Städter gegen die selbstsüchtigen Bauern organisieren? Soll man die Bauern und nicht die Juden als Wucherer hinstellen? Das konnte man von den Zeitungsschreibern, Berufspolitikern Md nationalistischen Politikern aus dem nationaldemokraiischen Lager doch nicht verlangen. Die richtige Abschätzung der Sachlage und das offene Geständnis, daß der Bauer den Städter aushungert, werden die polnischen Politiker niemals zugeben, schon aus nachstehenden Gründen: Erstens sind die Bauern polnisch und bilden eine große Partei, zweitens -beteiligen sich auch die mächtigen polnischen Feudalen an der Aushungerung der Stadt; drittens ist die ganze Verwaltung im Lands, insbesondere der ganze ErnährungsÄenst in polnischen Händen, und wir werden erst nach dem Kriege die drei Kategorien von Kriegsgewinnern abschätzen könne». Es sind Fälle bekannt, daß polnische Großgrundbesitzer im Frühjahr waggonweise Getreide verkauft haben, natürlich nicht zu 40, sondern zu 500 Kronen! Um rechtzeitig den Straf-Krenzzug von sich abzuwenden, geben ihm die polnischen Arrangeure: Bauern, Klerikale, Volkspartei mit ihren hetzerischen Organen die Färbung eines wirtschaftlichen Kreuzzuges gegen die jüdischen Brotwucherer'. Und das Spiel gelingt, dank dengeschickten Manöver-

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