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Im deutschen Reich · 1918-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1918) · p. 276

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1918)
Article
Deutschtum und Christentum
Date
1918-07-01
Page
276 (sequence 3)
Language
German
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276 Im deutschen Reich zum Untertanenschutz und höchstens Zum Schutzbürgerrecht gelangen, wenn sie nicht durch Annahme des Christentums als Religion eine Garantie ihrer deutschen Nationalität geben würden. Damals hat Gabriel Rieß er Herrn Paulus folgendes erwidert: „. . . Ich komme jetzt zu dem eigentlichen Wendepunkt der ganzen Theorie des Herrn Dr. P., ohne welche sie in allen ihren Teilen über den Hausen fällt, nämlich darauf, daß er den Ueöertritt zum Christentum zu einer (und zwar im Grunde zu der einzigen) Garantie deutscher Nationalität, also aus einem religiösen zu einem politischen Akte macht. Es ist unbegreiflich, wie ein Mann, der sein Leben lang die Trennung von weltlichen und kirchlichen Dingen vertreten hat, auf diesen Abweg geraten, wie er jenes inhaltschwere Wort: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers und Gott, was Gottes ist", so ganz vergessen konnte. Wie? der Ueöertritt zum Christentum soll nicht die Anerkennung seiner Lehren, seiner Heiligkeit, seines göttlichen Ursprungs, sondern den Wunsch bedeuten, den andern Bürgern an Rechten gleich zu sein? Solche Windungen und Wendungen glaube ich mit Recht schon früher mit dem Namen „Jesuitismus der Aufklärung" bezeichnet zu haben. Nur eine tiefe Verachtung der Religion kann sie zum Zeichen für etwas außer ihr Liegendes, für etwas anderes als sie selber ist, herabwürdigen wollen. Nur ein hoher Grad von Geringschätzung gegen den Staat kann als Gewähr dafür, daß man ihm angehöre, nicht die Erfüllung der Pflichten, nicht den Gehorsam gegen die Gesetze, die der Bürger ihm schuldig, sondern einen Akt verlangen, der einer ganz anderen Sphäre angehört und angehören muß. Die Religion hat ihren Glauben, der Staat hat seine Gesetze; das Bekenntnis des Glaubens führt zur Religion, der Gehorsam gegen die Gesetze macht zum Bürger des Staates; die Verwirrung beider aber führt zur Verkennung beider, zum Leichtsinn und zur Lüge. Was würde Herr Dr. P. dazu sagen, wenn man in einem katholischen Staate die Ausschließung der Protestanten damit rechtfertigen wollte, daß man verlangte, sie sollten durch den Ueberrritt zum Katholizismus sich der „Nation des Staates", die aus Katholiken bestehe, anschließen? Würde er nicht ein gewaltiges Geschrei erheben über Intoleranz über Vermengung von Staats- und Kirchengewalt? Hält er aber seiner Kirche, weil sie ihm einmal die bessere erscheint, alles erlaubt, so vergesse er nicht, daß jede andere zu derselben Meinung von sich berechtigt ist .... Es gibt nur eine Taufe, die zur Nationalität einigt: das ist die Taufe des Bluts in dem gemeinsamen Kamp? für Freiheit und Vater! a n d: „Ihr Blut hat sich mit dem unsrigen auf den Schlachtfeldern vermischt", das war das Machtwort, womit man in den französischen Kammern die letzten ohnmächtigen Regungen von Unduldsamkeit und Abneigung zu Boden schlug. Auch die deutschen Juden haben sich diesen vollgültigen Anspruch aus Nationalität vollgültig erworben . . . Man hat es nirgends verschmäht, auf den zu Ehren der im Befreiungskriege gefallenen Krieger errichteten Denkmälern die Namen der Juden neben die der Christen zu setzen; man würde es abermals nicht verschmähen, wenn das deutsche Vaterland seine Söhne wiederum zu bm Waffen riese, aber den Lohn der Ehre für die Tapferkeit seiner Söhlw, wenn sie nicht christlichen Glaubens sind, hat das Vaterland vieler Arten nicht zu erteilen! Die Waisen der Gefallenen haben nicht den TW>st, daß ihr Vater für das Vaterland, dem sie im vollen Sinne des Mattes als

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