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Im deutschen Reich · 1918-06-01 · Heft 6 (Juni 1918) · p. 250

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 6 (Juni 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-06-01
Page
250 (sequence 7)
Language
German
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250 Jin deutschen Reich Erwähnung der Auswüchse des Antisemitismus und änderte die Stelle über die Sozialdemokratie dahin ab, daß nur vaterlandslose Anhänger der Sozialdemokratie gekennzeichnet werden sollten. Die Milderung dieser Stelle geschah auf Betreiben Stöckers, um die christlich-soziale Agitation, der sich eine Reihe jüngere und freier gerichtete Geistliche angeschlossen hatten, nicht zu erschweren. Mit dem vollständigen Siege der KreuzzeiLungspartei im Tivoli- Programm und mit dem starken Hervortreten der materiellen Interessen der neuorganisierten Hilkstruppe, des Bundes der Landwirte, war die Rückkehr zu dem früheren Kartell mit den Mittelparteien unmöglich gemacht. Als die Veröffentlichung des Stöckerschen Scheiterhaufenbriefes durch den „Vorwärts" erfolgte und die konservative Partei sehr empfindlich traf, sprach man von Untreue und Verrat. Aber der Brief war, wie Hammann erzählt, auf dem Wege des Kaufes vom Empfänger, dem bankrotten Chefredakteur der „Kreuzzeitung", Freiherrn von Hammerstein, an ein geheimes Konsortium und von da in die Schalten des „Vorwärts" gekommen. Das war natürlich nicht schön von dem Herrn von Hammerstein, seiner eigenen Partei um Geldes willen einen so schweren Schlag zu versetzen, aber der scheinbar sehr fromme konservative Abgeordnete war auch sonst ein Muster von Untugenden. Um dies auszugleichen, trat er öffentlich als Ankläger gegen die Juden und ihre zerfetzende Moral auf! Die Zeiten ändern sich und wohl auch die Menschen, aber die Antisemiten bleiben sich gleich. H^r von Hammerstein war durch feine Beziehungen, seine Führerschaft in der konservativen Partei, durch die ihm zur Verfügung stehende „Kreuzzeitung" einer der gefährlichsten Antisemiten. Die Konservativen wollen nicht mehr an ihn erinnert werden; sein Gedächtnis soll ausgelöscht sein. Jetzt lassen sie die antisemitischen Handlangerdienste lieber von Leuten außerhalb ihrer Führung unternehmen. Aber das Tivoliprogramm ist noch nicht geändert worden, und die konservative Partei als solche muß weiter als antisemitisch bewertet werden, solange diejenigen, die den judengegnerischen Passus des Twoliprogramms verurteilen, in der Minderheit sind. Sie müßte als antisemitisch bewertet werden, auch wenn sie Herrn Heins abgeschüttelr haben würde. Dieser aber gehört zu den Auswüchsen des Antisemitismus, die ebenfalls offiziell gebilligt werden. Ä- Der Vertrag Mit Rumänien vom 7. Mai hat, soweit er die Bestimmungen über die Gleichberechtigung der Juden betrisst, in jüdischen Blätiern mannigfache Anfeindungen erfahren. Auch wir haben bedauert, daß leider nicht allen rumänischen Juden die Wohltaten des Artikels 28 des Bukarester Vertrages zugute kommen sollen, aber wir haben doch in unserer Freude über das Errungene geglaubt, zunächst das Positive, den unbestreitbar

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