Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 251 (sequence 8)
- Language
- German
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Die jüdischen Jugendvereiue 251 großen Fortschritt in den Vordergrund stellen zu sollen; und wir haben mit Genugtuung gesehen, daß auch andere Blätter das getan haben. Die Kritik, die — wie wir hinzufügen möchten — berechtigte Kritik wendet sich einmal dagegen, daß nur eine Teilemanzipation Eintreten soll, unter die allerdings die überwiegend große Mehrheit der rumänischen Juden fallen dürfte; ferner, daß die Mittelmächte nicht Sicherungen dagegen durchgesetzt haben, daß die rumänischen Behörden durch Schikanen diele Glaubensgenossen weiter von der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung fernhalten könnten. Derlei Schikanen seien bei dem mangelhaften Zustand der rumänischen Zivilftandsregister mit Leichtigkeit anzuwenden. Im allgemeinen werden neben den offiziellen und für die Oeffentlichkeit beftimmrenLerrrägenNeoenabmachungengetroffen, Ausführungsbestimmungen festgesetzt, die vorerst nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt sind. Wir nehmen an, daß dies auch hier geschehen ist und möchten darum mit unserer Beurteilung einstweilen zurückhalten- Vielleicht sind wir in der Lage, in der nächsten Nummer sachlich aus diese Angelegenheit einzugehen. Inzwischen hat der W a h l k a m p f in Rumänien begonnen, an dem sich — in Opposition — der alte deutschfreundliche Peter Carp beteiligt. Die neue Kammer soll die Grundlage für eine saubere, reinliche und gerechte Politik und Verwaltung bieten. Sie soll auch, wie von der neugebildeten Volksportei in ihrem Programm verlangt wird, öffentlich Anklage gegen Bratianu und seine Gesinnungsgenossen erheben und dafür sorgen, daß die schädlichen Schmarotzer und korrumpierten Beamten entlassen werden. Auch eine einwandfreie Lösung der Judenfrage hängt naturgemäß mit dem Ausfall der Wahlen zusammen. I. Sch. Dis ßirfy:.n ArIs^dtzereirre. Eine Vorstandssitzung des Verbandes der jüdischen Jugendvereine T e'i: r \ ch l a n d s hat am 9. Mai 1918 stattgesunden, zu der, da auch in diesem Jahre eine ordnungsmäßige Vertreterversammlung nicht cbi&eniren werden konnte, zahlreiche Vertreter angeschlossener Jngendvereine zugezogen waren. Unser Centralverein war hierbei außer durch unfern ständigen Vertreter im Verbände, Justizrat I)r. Broduitz, durch unsere Vorstandsmitglieder, Herrn St irftciii und Frau Henriette Map und durch unfern stellvertretenden Syndikus, Gerichtsassessor Br. Hirschfeld, vertreten. Die etwa zwölsftündige Tagung bot eine Fülle von Anregungen, vor allein auf Grund des tiefgründigen, von höchsten ethischen Anschauungen getragenen Referats des Herrn Br. L o e f s l e r - Frankfurt a. All, der insbesondere auch die Frage der Keuschheitspflicht und der Frühehc erörterte. Anregend war ins-