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Im deutschen Reich · 1918-06-01 · Heft 6 (Juni 1918) · p. 247

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 6 (Juni 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-06-01
Page
247 (sequence 4)
Language
German
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Umschau 24? hat bann an mich die Frage gerichtet — denken Sie einmal, welche geistreiche Frage, und aus wie wirklich staatssürsvrglichen Gesichtspunkten er sie an mich richtet —, oÖ ich mir etwa von dem Herrn Kriegsminister habe versprechen lassen, daß er diese Stattp i k nicht veröffentliche n Lassen würde. (Hört, hört! links.) Meine Herren, es ist wirtlich für das Niveau, von dem aus Herr Heins diese Verhältnisse beurteilt, sehr bezeichnend, daß er glaubt, der Kriegsminister würde sich daraus einlassen, mit mir ein Versprechen in dieser Beziehung auszutauschen. (Sehr wahr! links.) Natürlich entbehrt diese Behauptung jedes Anhalts. Wenn sie in der Form einer Frage an mich gerichtet ist, so weist man ja immer, was solche Fragen zu bedeuten haben: diese Fragen sollen gerade die Folge haben, eine solche Behauptung in die Welt Zu schleudern. Ich erkläre daher, daß diese Behauptung jeder LatsächLichen Grundlage entbehrt und daß sie nur in der Phantasie des Herrn Heins existieren kann. Meine Herren, das einzige ist richtig, und das hat Herr Heins nicht erwähnt, obwohl es auch in. den Zeitungen stand: daß der Kriegsminister v. Stein mir in einem Briefe aus die Beschwerde darüber, daß man in einer solchen Zeit eine solche konfessionelle Zählung hat' veranstalten zu müssen geglaubt, erwidert hat, daß diese — ich bemerke: nicht von ihm, sondern von seinem Vorgänger angeordnete — Statistik in dem Verhalten der jüdischen H e e r e s p s l i ch L i g e n und Bürger im Kriege keinerlei Grundlage gehabt hat (Hört, hört! links), daß dieses Verhalten zu einer solchen Statistik keinen Anlaß gegeben hat. Herr Kollege Rojenow, wir kennen doch, mit welchen Mitteln der Wahrheit gegen uns gearbeitet wird, also können Sie sich nicht darüber wundern, daß Herr Heins das nicht sagt; ich finde es von ihm ganz begreiflich, daß er solche Dinge nicht voröringt. Und damit nehmen wir für heute Abschied von dem Abg. Heins, der sich wahrscheinlich mit Stolz für einen vorbildlichen deutschen Mann mit deutschen Tugenden hält. Wir jedenfalls sind anders geartet als er, sind aber gar nicht stolz daraus, weil uns ein Mindestmaß an ethischen Grundsätzen als selbstverständlich gilt. 'S- Vom Lehrer Heins zum Hofprediger Stöcker ist trotz der Gemeinsamkeit antisemitischer Gesinnung und öffentlicher Agitation ein sehr weiter Schritt. Man empfindet fast eine schmerzliche Hemmung, die beiden Namen in einet Zeile nebeneinander zu setzen. Das TwsliprogramM der KZusernatwen ist oben gestreift worden, und die Erinnerung daran wird aufgefrischt durch ein sehr lesenswertes Buch „D er n e 11 eKurs",*) in dem der langjährige Pressereferent int Auswärtigen Amt, Otto Hammann, seine Erinnerungen niedergelegt hat. Richtiger: einen Teil seiner Erinnerungen; denn es fehlen noch wichtige Ereignisse der nach-caprivischen Zeit, die in seine amtliche Tätigkeit gefallen sind und über die der gut unterrichtete Verfasser, der sich einer angenehm wirkenden Sachlichkeit und Unparteilichkeit befleißigt, wertvolles Material liefern könnte. Die Ausführungen Ham- *) Verlag von Weimar Hobbing, Berlin 1918 (166 Seiten).

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