Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 246 (sequence 3)
- Language
- German
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248 Im deutschen Reich Spalten eines wenig beachteten Blättchens, sondern in voller Oeffentlichkeit von der Parlamentstribüne herab die Angelegenheit der Judenzählung im Heere gerade ins Gegenteil umstülpte. Er führte ans: Ich habe vorhin schon gesagt, Herr Kollege tzaenisch, daß der Schützengraben wohl auch nicht sehr für die Juden in Anspruch genommen werden könnte. Wir haben unsererseits peinlich den Burgfrieden gewahrt (!) trotz der Judenwirtstchast. (Lebhafter Widerspruch links.) Den Burgfrieden hat die Regierung gebrochen, indem sie in dieser Zeit trotz ihrer früheren Zusage diesen Gesetzentwurf (Wahlreform) eingebracht hat. Auch ist uns von der Seite schon im vorigen Jahre immer wieder die Sache mit der sogenannten konfessionellen Zählung bei den Kriegsgeselljchaften hingeworfen worden, und andere Sachen mehr sind von der Linken auf diesem Gebiete vorgetragen worden. Bon der sogenannten? o n s e s s i o n e 1 l e n Zählung ist es allerdings bei Ihnen jetzt st i l l geworden, nachdem Sie wahrscheinlich erfahren haben, daß das Resultat für die Juden ein niederschmetterndes gewesen ist. (Zurufe — Lachen links.) — Herr Abgeordneter Cassel wird mir vielleicht sagen können, ob er sich vom Kriegsminister das Versprechen hat geben lassen, daß das Resultat nicht veröffentlicht werden darf., (Zuruf.) — Ich habe die genaueren Zahlen auch gehört, aber ich enthalte mich, weiter darauf emzugehen. Herr Abgeordneter Cassel wird sie ja kennen. Meine Herren, gehen Sie hin in jedes Büro, wohin Sie wollen, in Berlin und überall! Sie werden überall dieselben Leute irr übergroßer Zahl finden. (Zuruf.) Nicht nur für den Inhalt, sondern auch für das Deutsch ist der Lehrer Heins verantwortlich. Wir haben die Sätze wortgetreu ans dem von ihm korrigierten amtlichen Bericht abgedruckt; es handelt sich also nicht mehr um rednerische Flüchtigkeiten, sondern um ein Unvermögen. — Abg. Cassel, der direkt dazu heransgesordert worden war, hat noch in derselben Sitzung erwidert. Er betonte zunächst, daß er Herrn Heins auf seine „Sammlung von jeder wahren Grundlage entbehrenden Behauptungen, Entstellungen, zum Teil auch von objektiven Verleumdungen" gar nicht antworten würde; nach dem geistigen und intelle-rneLen Niveau, aus dem Herr Heins nach seinen Darlegungen stehe, wäre es schade, seine Kraft an einen solchen Gegner zu verschwenden, aber er habe die Tribüne besteigen müssen, weil Herr Heins es sich habe einsallen lassen, eine direkte Frage an ihn zu richten. Abg. Cassel fuhr nun fort: Zunächst hat er (Heins) ganz ungereimte Behauptungen vorgetragen, als wenn irgendwelche Juden ein Interesse an der von dem Kriegsminister Wild v. Hohenborn veranlassen konfessionellen Statistik der Heerespslichtigen gehabt hätten. Das ist eine Annahme, die jedes Haltes entbehrt. Die flüchtige Lektüre der Zeitungen schon hätte Herrn Heins davor bewahren muffen, eine solche entstellte Behauptung aufzustellen. Diese Statistik ist in keiner Weise durch Bemühungen der Juden veranlaßt worden, sondern der Kriegsminister Wild v. Hohenborn hat sich veranlaßt gesehen, sie zu erheben. Nun hat Herr Heins gemeint, seitdem wollten die Juden nichts mehr von der Statistik hören, weil sie vielleicht deren Ergebnisse fürchteten, und