Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 245 (sequence 2)
- Language
- German
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llmfegsi* 245 HinaLgleiten ihrer Führung in die trüben Sümpfe des antisemitisch en und materialistischen Bundes der Landwirte betrachtet haben und den antisemitischen Passus des Tivoliprogramms verurteilen, sich son einem Manne wie Heins durch eine Welt geschieden wissen. Aber wenn kein einziger Konservativer die Ehre seiner Partei wahrt und öffentlich gegen das Hospitantenverhältnis des Herrn Heins Einspruch erhebt, so kommt diese Partei zum mindesten in den Verdacht, Herrn Heins' Plumpheiten und Hetzereien zwar nicht zu achten, sie aber als willkommenen Agita-ionLstosf ins Land gehen zu lassen. Die Ausführungen des Kasseler Jugenderziehers, der --es eigentlich nötig hätte, selber noch, ethische Erziehungsstunden zu nehmen, find im preußischen Abgeordneterchause mit Heiterkeit ausgenommen worden, aber als Symptom sind sie ernst zu bewerten. Die Person des Herrn Heins steht in zweiter oder dritter Reihe. Ob Heins, Hinz oder Kunz, Ahlwardt oder Pückler — derlei dunkle Geschöpfe können nur gedeihen, wo sie entsprechend gedüngten Boden finden, wenn sie Unterstützung erfahren von Gruppen, die unreine Kamychütrel selber nicht gern anwenden mögen, sich aber freuen, wenn andere das für sie tun. Die Rede des Herrn Heins vom 3. Mai 1918 hat im Wgeordnetenhause nirgends Zustimmung gefunden, dagegen stellenweise ein Gelächter auslöst, das rötlicher wirken müßte als die treffenden und scharfen Erwiderungen der Abgeordneten Kanzow und Cassel. Dennoch war unschwer vorauszusehen, daß die Rede mit Nachdruck zur Propaganda benutzt werden würde; wohlgemerkt, nicht zur Propaganda gegen den Antisemitismus und seinen geistigen und moralischen Tiefstand, sondern s ü r ihn. Das beweist wieder einmal, mit welchen dummen und plumpen Mitteln man immer noch den Versuch wagt, im deutschen Volk eine Judenhetze zu entflammen. Man rechnet immer noch auf die schlechten Instinkte der niedrigen und hohen Plebs. So wird denn in den „Deutsch-völkischen Blättern" mitgeteilt, daß die Rede des Abg. Heins in Sonderabzügen hergestellt worden ist, die jedenfalls zur Massenverbreitung bestimmt sind. Hundert Stück kann man für 5,50 M. erhalten. Eigentlich hatten wir den „Deutschvölkischen Blättern" zuvorkommen und die Rede überallhin verbreiten sollen. Wir danken jedenfalls den Siritifemiten für die Mühe, mit der sie uns unterstützen und versprechen ihnen, daß auch unsererseits nichts unterlassen.werden wird, die Ausführungen des Herrn Heins nicht in Vergesseuheit geraten zu lassen. Wir machen heute den Anfang. Herr Heins har.sich als ausnehmend kecken Herrn gezeigt, als er. nicht etwa in den