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Im deutschen Reich · 1918-06-01 · Heft 6 (Juni 1918) · p. 242

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 6 (Juni 1918)
Article
Hermann Cohen als Jude
Date
1918-06-01
Page
242 (sequence 10)
Language
German
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242 Im deutschen Reich getan hätte^daß ich nichts dafür nehmen würde, bau aber, wenn ich je in einen Fall kommen sollte, wo ec mir einen Gefallen erzeigen könnte, ich ihn gern annchmcm würde. Ich habe den Fall niemanden als dem Kanzler und Hardenberg erzählt. Allein ich weiß durch Gentz, daß es doch bekannt geworden ist und großen Effekt gemacht hat. Der alte Jude will sich nicht zufrieden geben und hat nun das Projekt, mir ein silbernes Service machen zu lassen, um es mir in einem Jahre zu schicken. Ich habe Gentz gesagt, daß ich auch in 10 Jahren nichts nehmen würde, und Lue es " gewiß nicht. Gentz hat aber so gar keinen Begriff, daß es möglich sei, so etwas nicht zu nehmen, daß er mir heute weitläufig auseinandergesetzt hat, daß ihm dies ein Rätsel, und ein unauflösliches in mir sei, da die Sache weder unrecht noch undekikat sei, und ich es auch nicht aus Oftenrallon, um damit zu prahlen, oder aus Stolz, um nicht von einem Juden Geschenke zu nehmen, tue. Das sagte er wirklich ganz ernsthaft, und im Grunde sind diese Maximen unter den Menschen, die die Geschäfte machen, allgemein. Ich habe ihm bloß gesagt, daß, wenn man sich die Dinge, die man einmal betriebe, so warm als ich annähme, die erste Bedingung ein reines Gewissen m. Ich in mir kenne nichts so Unedles, in Geschäften nicht rein und lauter wie Gold zu sein." In den Wiener Kongreß schlug Napoleons Flucht aus Elba wie eine Bombe ein. Die sich überstürzenden Ereignisse riesen Humboldt und Hardenberg ins Hauptquartier. Beide sind bald in Paris, wo “ie aufs kräftigste Preußens Ansprüche vertraten. Humboldt gab ich schon damals Mühe, die „reannexion" des Elsaß zu erreichen, 'reilich ohne Erfolg, weil sowohl die österreichische wie russische Diplomatie dagegen arbeiteten. — Am 22. März 1816 schreibt Humboldt an seine Frau: „Mendelssohn wechselt sich wohl mit seinem Bruder in Paris ab. Es ist Abraham, nicht wahr? Ich erinnere mich nicht einmal, ob er verheiratet ist. Die Frau dessen, der setzt in Paris ist, ist angenehm und artig. Ich habe sie in Paris besucht, wie ich die Jugendbekannten und die Juden nie verlasse. Auch war sie sehr gerührt. Alexander geht noch mehr mit ihr und ihrem Mann um." Caroline von Humboldt, sonst mit den Ansichten ihres Mannes fast immer übereinstimmend, teilt solche über die Juden nicht. Es ist dies um so verwunderlicher, als sie in allen anderen Dingen vorurteilslos und freidenkend gewesen ist. Jedenfalls ist sie durch ihre Umgebung stark beeinflußt gewesen und hat selbst mit Juden wenig Fühlung gehabt. Sie antwortet ihrem Mann <mf -vorstehenden Brief -am 29. März 1816 aus Berlin u. u.: „Es ist Abraham Mendelssohn, der mit seiner Familie nach Paris kommt... Du rühmst Dich, die Juden nie zu verlassen. Es ist der einzige Fehler, den ich an Dir kenne.... Schierstädt hat mir erzählt, wie ganze Distrikte im Jahre 1813, die Reichen für hie Armen mit, sich loskausten, um den Feldzug nicht mitzumachen. Sie smd jetzt schon ein nicht unbedeutender Teil des Grundeigentums in allen preußischen Staaten, Juden sind Patronatsherren von Christen und christlichen Kirchen... Hier in Berlin ist es sehr ausfallend, wie jetzt, wo ein größerer Häuserverkauf wieder stattfindet, unter vieren gewiß drei von Juden adquiriert werden. Wenn i ch was zu sagen hätte, ich ließe sie drei Generationen nicht handeln, und alle zwanzigjährigen Jünglinge, ohne irgendwelche Ausnahme als die der körperlichen Gebrechlichkeit, wären Soldaten, da wollte ich wetten, daß in 50 Jahren die Juden als Juden vertilgt würem Und daß dies nicht ein Gewinn für die

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