Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-05-01
- Page
- 210 (sequence 6)
- Language
- German
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210 Im deutschen Reich zeichnenden Zug in sein Charakterbild tuscht.. In der amtlichen stenographischen Wiedergabe seiner Rede sucht man vergebens nach der Stelle vom jüdischen Wgeordneten Dr. David. Die von den amtlichen Stenographen aufgenommenen und übertragenen Reden werden Len betreffenden Abgeordneten vor dem Druck zugestellt, damit sie Hörfehler des Stenographen richtigstellen, stilistische Unebenheiten, zerfahrene Konstruktionen, wie sie einem Redner leicht zustoßen, verbessern können. Herr Heins hat aber weiter gegriffen und seine Bezeichnung des vr. David als Juden einfach aus dem Stenogramm gestrichen, also keine stilistische, sondern eine unerlaubte sachliche Aenderung vorgenommen. Nun soll mal jemand nach einer geraumen Zeit kommen und Herrn Heins vorwerfen, er habe eine gewisse Leichtfertigkeit im Aufstellen von Behauptungen schon dadurch erwiesen, daß er von der Landtagstribüne herab einen christlichen Wgeordneten zum Juden machte, weil der zufällig einen jüdischen Namen trägt? Quod mon est in actis, non est in mundo! Herr Heins könnte sich dann auf das amtliche Stenogramm berufen und — mit Recht — erklären: „Nur dieses ist maßgebend! Zeitungsberichte sind unvollkommen und nicht beweisgültig. Wer mir also noch einmal vorwirft, daß ich den sozialdemokratischen Abgeordneten Dr. David entgegen der Wirklichkeit dem Judentum zugeteilt habe, ist ein Lügner."— So könnte Herr Heins sprechen. Wir wollen das aber nicht annehmen und sein Verfahren nur als Ausfluß eines besonderen Mutes ansehen, der standhaft für seine Behauptungen mit dem Radiergummi in der Hand eintritt. * Der Vertrag mit Rumänien ist am 7. Mai unterzeichnet und auf einem gemeinsamen Festmahl in der Bukarester Wohnung des Generalseldmarschalls v. Mackensen gefeiert worden. Für Deutschland sind die wichtigsten Bestimmungen die wirtschaftlichen. Die Petroleumschätze und Getreideüberschüsse Rumäniens sollen dazu beitragen, Deutschland aus diesen Gebieten unabhängiger vom Ausland zu machen. Oesterreich-Ungarn erhält militärisch sehr wertvolle Grenzstriche, die vornehmlich dem Schutz Siebenbürgens dienen sollen, Bulgarien erhält die Süddobrudscha, die es im Bukarester Friedensvertrag von 1913 an Rumänien abtreten mußte, zurück. Der nördliche Teil der Dobrudscha wird an die Mittelmächte abgetreten, die sie — das steht natürlich nicht in dem Vertrag mit Rumänien — gegen gewisse Kompensationen, besonders der Türkei gegenüber. Bulgarien übertragen werden. Hierüber wird noch eine besondere Dobrudschakonferenz beraten und beschließen. Die bisherigen Verhandlungen zwischen der Türkei und Bulgarien, bei denen Deutschland, als