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Im deutschen Reich · 1918-05-01 · Heft 5 (Mai 1918) · p. 191

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 5 (Mai 1918)
Article
Die biblisch-talmudische Gesetzgebung gegen den Lebensmittelwucher
Date
1918-05-01
Page
191 (sequence 3)
Language
German
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Die biblisch-Lalmud. Gesetzgebung gegen den LeLensmiLLelwucher 191 Schichten sämtlicher Bekenntnisie mit LsverrsmittÄn erschm wir aus den täglichen sowie den Festgebeten. Der Jude betet tagtäglich dreimal: „Segne uns, Gott, unser Gott, dieses Jahr und alle Arten seines Ertrages zum Guten, und gib Tau, Regen und Segen über die Fläche der Erde, sättige uns dyn deinem Gute und segne unser Jahr mie die guten Jahre." < Die Fassung dieser Benediktion gibt schon dem Talmud und dielen späteren Kommentatoren Zu der Erklärung Anlaß, ein Jahr kann gesegnet sein und doch uns keinen Segen bringen und demnach auch für uns kein gesegnetes sein. Es mag alles im Felde und Acker gedeihen und doch dem Menschen kein Heil daraus erblühen. Es kann alles in Hülle und Fülle sein und doch durch außergewöhnliche Ereignisse Teuerung und Mangel herrschen und das Leben der Menschen verkümmern. Darum beten wir um Segen der Fluren, zugleich aber auch um segengestaltenden Gang der Verhältnisse, damit der Jahressegen auch, für den Menschen gesegnet sei und die Ernten auch Glück und Heil den Häusern md Hütten der Menschen bringe. (Vgl. b. Meg. l? b ) Eine Gemeinschaft, die tagtäglich dreimal derartige Bitten an ihren Gott richtet, wird unbewußt dazu gedrängt, jedweden Lebensmittelwucher zu meiden und zu bekämpfen. Bitz sehr das Judentum darauf bedacht war, daß der einzelne diesen Segensspruch im Ernst und aus der Tiefe des Herzens sprechen solle, ersieht man aus den vielen rabbinischen Bestimmungen, die besonders bei dieser Benediktion zu beachten sind. Emen ähnlichen Zweck wie das erwähnte Gebet erstreben auch verschiedene Benediktionen der Festtage. Selbst am Versöhnungsfeste, dem höchsten Feiertage des Jahres, wird ein Gebet derartigen Inhalts gesprochen. Diese Gebete dürfen aber auch als Beweis dafür gelten, wie sehr das Wesen des jüdischen Bolkscharakters dex Arbeit des Bodens Angewandt ist und demnach auch der Handel und Schacher, der von gegnerischer Seite immer wieder dem Juden Augeschrieben wird, ihm tatsächlich wesensfremd ist und er nur durch die Verhältnisse dazu gedrängt wurde. So wird am Versöhnungsfeste das Gebet des Hohenpriesters, das er beim Verlassen des Allerheiligsten betete, jährlich wiederholt und in dem es folgendermaßen heißt: „Sei Dein Wille, Ewiger unser Gott, und unsrer Väter! daß dieses Jahr, das anheöt, ein Jahr sei, in dem Du Deinen Segensschatz auftust, ein Jahr der Fülle, des Segens, des Getreides, Mostes und Oeles, ein Jahr der Billigkeit, ein Jahr des Ueberflusses, ein tau- und regenreiches Jahr bei Sonnenhitze, ein Jahr, in dem Feldfrüchte ihren Saft voll Süße spenden, ein Jahr, in dem unser Brot und Wasser gesegnet, ein Jahr der Sättigung, m dem Du die Erdfrucht segnest usw." In diesem, „A b o d a" genannten Gebete wird nur noch um Sühne und Äeichtum gebetet. Ist es nun möglich, daß der einzelne oder gar ein Volk, das an seinem allerheiligsten Feste derartige Gebete betet, anderseits versuchen soll, durch Spekulationen mit

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