Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1918)
- Article
- Judenmission
- Date
- 1918-05-01
- Page
- 187 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Judenmisston 18? linder, die in ihrer irdischen Laufbahn vor dem Ziele noch schnell das Hindernis des Glaubens mit möglichst geringer Beschwerung des Gewissens nehmen wollen. Und weil dieser Leitfaden es so bequem macht, weil er dem wirklichen Empstnden des Täuflings entgegenkommt, könnte er eine gewisse Gefahr bedeuten. Und doch ist es nicht der Fall! Auch diese Frucht eines aufdringlichen Misstonsstrebens hat im letzten Grunde ihren Zweck verfehlt. Denn für die große Masse der Abtrünnigen — man darf sie getrost auf etwa 85 "/<, veranschlagen — ist auch dieses Buch zuviel, und der Glaube, den es trotz seines Entgegenkommens verlangt, ist noch zu umfangreich und stark. Die große Masse wird nach wie vor nach Möglichkeit jeder ernsthaften Vorbereitung sich .entziehen und zu jenen Pastoren strömen, die den Uebertritt dadurch erleichtern, daß sie die verlangten Kenntnisse über das Christentum auf ein Mindestmaß herabsetzen. Es sind jedem Fälle bekannt, in denen ohne jede Vorbereitung getauft worden ist. Kann ja doch auch gar nicht bestritten werden, daß die weitaus größte Anzahl aller Renegaten ohne jede ernsthafte Ueberzeugung zum Christentum Übertritt. Und als Zeugen rufen wir nur christliche Stimmen an, die entweder im eigenen Lager diese Mißstände gerügt haben oder auf die Verhätinisse in anderen christlichen Bekenntnissen ihren Spott ergossen haben. Ebensowenig ist aber dieses Buch bei jenen wenigen eine Gefahr, die im jüdischen Lager vielleicht zweifeln und ehrliche religiöse Sucher sind. Denn sie werden sich abgestoßen fühlen durch den Geist des Zornes und des Hasses, von dem dieses Dokument der Religion der Liebe durchweht ist. Es zeugt eigentlich nicht von allzu großem Vertrauen zu der überzeugenden Kraft christlicher Lehre, wenn der Verfasser sein Ziel nur dadurch erreichen zu können glaubt, daß er auf das Judentum schimpft. Wenn auch der Uebertritt zum Christentum sich nicht mehr unter den alten Formen vollzieht — nur in der griechischorthodoxen Kirche sind sie heute noch üblich — und ein Verfluchen des Judentums wie der jüdischen Eltern und Freunde nicht mehr verlangt wird, so scheint es doch, als ob man für die Festigung des neuen Glaubens wenigstens eine solche Gesinnung für unerläßlich hält. Daß das Buch der historischen Wahrheit entgegen betont, die Juden hätten Jesus gekreuzigt, mag noch dahingehen, weil das ebenso zu den Dogmen antisemitischer Kampfesweise gehört, wie die anderen auch von Schaeffer wiederholten Behauptungen, daß das Judentum keine rechte universale Menschenliebe kennt und daß sein Messiasglaube kleinlich und weltlich ist. Aber wenn er die Wohltätigkeit der Juoen ihren Motiven nach für