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Im deutschen Reich · 1918-04-01 · Heft 4 (April 1918) · p. 157

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 4 (April 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-04-01
Page
157 (sequence 3)
Language
German
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!ittt[djau L57 wmd hinein. Er MieS: Ich bin der Frühlingsbote! Noch ist die Macht des Winters nicht Zerschlagen, mir wird noch Kälte folgen, und Eisschauer können noch Niederhageln; aber auf meine» kräftige» Flügeln trage ich auch den kommenden Frühling! Der Krieg' ist noch nicht zu Ende, er wird euch noch winterliche Schmerzen bringen; doch die Ahnung baldige» Friedens stürmt um eure Fahnen, deren Stangen unter meinem. Brausen sich biegen, deren bunte Stoffe mir kraftvoller Fröhlichkeit hin- und herknattern. Und nur? sind wir im April. Wenn diese Zeilen dem Leser vor die Augen kommen — wer weiß, wie die gewaltige Schlacht dann steht! Es ist ein heikles Ding, hierüber für eine Monatsschrift in einer Zeit zu schreibe», in der die eiserne» Würfel rollen und jeden Tag andere Augen zeige» könne». Nur Hoffnung können wir den Zeilen auf den Weg miigeben- Wenn diese Nummer ms Land hinausgeht, wird der Frieden mit Rumänien vielleicht abgeschlossen fein. Die Hanptverträge sind schon seit einiger Zeit „paraphiert". Wird nun die Forderung «ach staatsbürgerlicher Gleichberechtigung der rumänische« Inden, die bereits im Artikel 44 des Berliner Vertrages von 1878 der rumänischen Regierung auferlegt worden war, endlich erfüllt werden? Am 15. März hat der Reichskanzler Graf Hertling Vorstandsmitglieder der Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands (B. I. O. D.), und zwar die Herren Or. James Simon, Abg. Cassel, Professor Oppenheimer und Or. Paul Nathan empfangen. Nach eingehende« Darlegungen der Herren erklärte Graf Hertling, daß die kaiserlich deutsche Regierung an einer befriedigenden Regelung der rumänischen Judenfrage Interesse nehme und sie bereits zum Gegenstand von Besprechungen im Rahmen der in Bukarest stattstndenden Friedensverhaudlungen gemacht habe. Auch die Regiernngskreise Oesterreichs und Ungarns haben sich für die Beseitigung der Ausnahmestellung der rumänischen Jud'en eingesetzt. Am 2. April hat Graf Czernin, der kurz vorher aus Bukarest zurückgekehrt war, in seiner bekannte» Rede vor den Mitgliedern der Obmänner-Konferenz des Wiener Gemeinderats einige Bestimmungen aus dem abznschließenden Friedensvertrag mitgeteilt und dabei gesagt: „Wir werden die Jud-enfrage losen. Die Juden -werden fortan gleichberechtigte Staatsbürger in Rumänien sein." . Wir dürfen also annehmen, daß die rumänische Schmach endlich getilgt werden wird. Wir möchten aber die Erwartung aussprechen, daß die Mittelmächte gegenüber einem so vertragbrüchige?. Staate wie Rumänien das nötige gesunde Mißtrauen beobachte« und wirksame Garantien dafür verlange»'und erlangen werde«, daß die Versprechungen auch eingelöst werden.

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