Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- None (sequence 10)
- Language
- German
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— 10 ----- leuchtendes Vorbild soll Alter und Fugend anspornen) den blanken SchM des Judentums Hoch, zu halten in Not und Gefahr, in allen Stürmen des Lebens und der Zeit. Diesen T'reuschwUr rufen wir dem verklärten Freunde in die Gefilde der Seligen nach Und geloben feierlich in dieser weihevollen Stunde, auf der Bahn, die uns seine Meisterhand gewiesen^ rüstig vorwärts zu schreiten zur Ehre unserer jüdischen Gemeinschaft zum Wohle unseres Vaterland es und zum Segen der g an^eit Mens chh ei t, -r- Feldrabbiner Or, Italiener: Meine Damen und! Herren? Im Ramen der Feldrabbiner des deutschen Feldheeres undint Mamen des allgemeinen deutschen Rabbinerv erbarrd es spreche ich zu Ihnen in dem Empfinden tiefer Wehmut und Dankbarkeit gegenüber dem Manne, dessen Gedächtnis diese Stunde geweiht ifc Ms der Krieg begann, als unsere jüdischen Männer und- Jünglinge gleich unseren anderen deutschen Volksgenossen sich freiwillig zu Dansenden zu den Fahnen drängten, da war es Maximilian Horwitz, der gleich in den ersten Kriegstagen den Entschluß faßte, gemeinsam mit seinen Freunden beim Kriegsministerium die Ernennung von Feldrabbinern anzuregen undihre möglichst baldige Entsendung in die Wege zu leiten.. Mit Üer ihm eigenen Gabe, die Entwicklung der Dinge vorauszusehen, erkannte Horwitz, daß der deutsche Soldat jüdischen Glaubens mit feiner! Hohen alten seelischen Kultur mit seinem stark ausgeprägten Familiensinn in besonderem Maße da draußen Männer zur Seite haben müsse, die ihm die Verbindung darstellen zwischen Heimat und' Front, die den Käme- ' raden in Stunden der Andacht die Seele jung und stark machen im Glauben an den alten Gott, in Stunden des Kleinmuts sie gemahnen! <rn ihre Pflicht als deutsche Juden gegen Heimat und Glauben, in Stunden der Zurücksetzung ihnen den Rücken steifen im stolzen Bewußtsein ihres Rechts, die in Lazaretten Verwundete und Sterbende trösten, an offenen Gräbern den gefallenen Kameraden dis letzten Grüße entbieten sollten, die aber auch der nichtjüdischen Umgebung gegenüber als Vertreter der jüdischen Religion auf weithin sichtbarem Posten zeigen sollten, wie jiidische Geistliche ihre Pflicht auffassen. Horwitz fand mit seinem Plan in den Reihen der deutschen Rabbiner freudigen Widerhall, um so mehr, als «dieser und jener gleich in den ersten Kriegstagen, erfaßt von der allgemeinen Welle der Begeisterung, sich dem Kriegsministerium freiwillig zur Ausübung der Seelsorge zur Verfügung gestellt hatte. Was 1870 nicht gelungen war, diesmal gelang es. Horwitz hatte die Genugtuung, als Erfolg seiner Bemühungen bereits im September 1914 eine Anzahl Feldrabb iner ausrück en und schon zu den hohen Feiertagen desselben Jahres Hrnrderten unserer Kameraden Drost und Erhebung spenden zu sehen. Seitdem find immer neue Feldrabbiner hinausgezogLn, raum einer, der nicht einmal Gelegenheit genommen hätte, Len Mann näher kennenzulernen, der durch seine mehr als zwanzigjährige Wirksamkeit an. der Spitze der deutschen Juden durch Wort und Schrift richtunggebend gewirkt und vor allem der jüdischen Jugend, jenen Geist miteingepflanzt hatte, der da draußen jetzt so herrliche Früchte zeitigt. Meine Damen und Herren! Wohl keiner ist besser imstande, diesen Geist zu erkennen und richtig zu werten als wir Feldrabbiner. Wir halben da draußen ein schweres Alwt. As ist eine gar bittere