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Im deutschen Reich · 1918-03-01 · Heft 3 (März 1918) · p. None

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 3 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
None (sequence 7)
Language
German
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btt Rechtgläubigen. Und in bewußter Abkehr bxvit Raphael Lowen^ ftlds rationalistischem w Landpunkt trat er auch den Uebergriffen liberaler Intoleranz entgegen und duldete es nicht, daß Gewissenszwang gegen die Strenggläubigen geübt würde. Der Centralverein wuchs unter seiner Führung: aber Horwitz verstand es, daß er nicht das' letzte Matt in der Geschichte der Judenbewegung sein durfte. Als der Streit sich erhob, ob' die Stoßkraft der Ab Wehrbewegung in Juden Lagen durch große Protestversammluugen oder durch ein nachhaltiges Zusammenwirken aller jjüdischen -Organisationen gefördert werden sollte, hat er in richtiger Erkenntnis dessen, /was die Vergangenheit verlangte, und die Zukunft gebot, sich dem Verb andsged anken angeschlossen. Das Lat er, obwohl er sich dessen bewußt war, daß der Centralverein einen Teil seiner Souveränität ansgebe, wenn, er sich in den Dienst eines höheren Ganzen stellte. Uneigennützig wie er war, war ihm das Gesamtinteresse des Judentums das höchste Gebot. Der Verband der Deutschen Juden wurde gegründet und wurde die Organisation der Organisationen auf freigewählter Grundlage, die Gesamtvertretung der deutschen Juden, an deren Schaffung es das preußische Juden gefetz seinerzeit hatte fehlen lassen. Auch im Verbände wurde er nach Phi- LippsohnZ Rücktritt und des unvergeßlichen Lachmann Zu früh erfolgten Tode der Führer. In seinem Dienst hat er neben dem Wirken für den Centralverein die reichen Gaben seines Herzens und seines Charakters, gestellt. Damit war der Kreis seiner Interessen, denen' er sich Zuwand te, nicht geschlossen. Was er in dem Streite der Alliance Israelite Universelle und der K o nfere n z gem eins chaf t der den Ls cheu Juden durch geschickte und kluge Vermittlung, in dem Komitee für die Osrjnden, im Hilfsverein der deutschen Juden, im James-Simon-Nathan-Komiree, in der Osmauischen Union durch Mitarbeit gewirkt, soll ihm unvergessen bleibend Dem Dienste für die Gesamtheit hat er viel Lebensgenuß und Lebensbehagen ' geopfert. Ihm war Pflichterfüllung das höchste Gebot, und was die Pflicht gebot, hat er getan. „Ehrenpflichten" war der Inhalt des Vortrages, mit der er seine Tätigkeit -begann. „Tut mehr als eure Pflicht!" hat er, als der Krieg über uns hereinbrach, den dcLÄslchen Juden zu gerufen. Er war kein Anb eter der victrix causa,? die ähre 'Gefolgsleute mit Ehren und Pfründen belehnt. Stolz in der Eigenart und treu, wie er war, strebte er nicht nach äußeren Ehrungen^ ihm war die innere Ehre das höchste. In dem int gerne ^[10} reichen Kreis von Freunden, in der Anerkennung seiner Streitgenossen fand er Lohn, der reichlich lohnte. Weder der antisemitische Haß der Gegner, noch die Versagung äußerer Ehren — er ist Zeit seines Lebens nicht -'Notar geworden — hat ihn beirrt Und ihm die Liebe zum Vaterland -aus dem Herzen reißen können. Ihm stand das Vaterland höher als die Zinne der Partei. Das Vaterland ist etwas anderes als unsere antisemitischen Widersacher und Machthaber, und er wollte das Vaterland nicht entgelten lassen, was diese an uns sündigten. So impulsiv und leicht erregbar sein Temperament war, so hat er doch in hohem Grade die Gabe der Selbstbeherrschung geübt und die Impulse seines Temperaments durch , Rücksichten ans höhere Pflichten und dringendere 'Gebote der Stunde gezügelt. Als die 'konfessionelle Zählung die jüdischen Deutschen in ihrem Innersten kränkte uich empörte, hat er es richtig erkannt, daß wir des Vaterlandes ''wegen Selbstbeherrschung und Zurückhaltung üben und unseren gepreßten Herzen 'nicht in Aufschrei und Protestversammlungen Luft machen dürften. Wir durften das Vaterland nicht vor Feinden und Neutralen bloßstellen, nicht Wasser auf die Mühlen des Deutschenhasses liefern und um des Unrechts wegen, das uns geschah, nicht das Vaterland vor der Umwelt ins -Unrecht versetzen. Solange der Feinst vor den Toren ist, darf Ms nur ein Gedanke beseelen, das Vaterland zu verteidigen, den;

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