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Im deutschen Reich · 1918-03-01 · Heft 3 (März 1918) · p. None

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 3 (März 1918)
Date
1918-03-01
Page
None (sequence 4)
Language
German
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4 Sachverständigen an iber Börse berufen wurde. Die Mutter hat' er früh verloren, Maximilian war ihr viertes und jüngstes Kind. Ihr Bruder,- der Rabbiner Wolf Feilchenfeld aus Posen, und der Vater haben den Kindern viel von der FeinsinnigkeiL und Liebenswürdigkeit ihrer Mutter erzählt. Sie starb wenige Jahre, nachdem ihr zärtlich geliebtes jüngstes Kind auf die Horwitzsche Knabenschule der jüdischen Gemeinde gekommen war. An der Schwester, der späteren Frau unseres unvergessenen Kollegen Tiktin, hing er mit besonderer Liebe. Schart frühzeitig zeigten sich die Züge einer starken, energischen Persönliche keit. Er verließ das Friedrich-Werdersche Gymnasium, Wohl weil er sich in den Schulzwang schwer einfügen konnte, schon nach einjähriges Besuch der Prima und trat als Lehrling in das väterliche Geschäft ein. Nach vier Jahren kaufmännischer Tätigkeit erklärte er seinem: Vater,- daß er sich als Kaufmann unglücklich, fühle und Jura studieren wolle. Er nahm Privatstunden zur Vorbereitung, trat in das Friedrichsgymnasium ein und machte dort sein Abitnrium. Als Student iw jungen Jahren lernte er Sophie Mchaelis kennen. Er, der 24jährige Student, sie die Sechsz-ehnjührige. Schnell reift sein Entschluß, sie zu seiner Lebensgefährtin zu machen. Das Einverständnis ihrer Ndutter und ihres Großvaters erringt er durch den Zauber seiner Persönlichkeit.. Als Student verspricht er sich mit ihr, als- Referendar führt er sie nach fünfjährigem Verlöbnis heim. In seine Referendarzeit fällt sein militärisches Dienstjahr, er hat es in Oppeln beim 63. Oberschlesischen Infanterieregiment absolviert. Dort hatte er,- wie er selbst in seinem Lebenslaufe erzählt, eigentlich zum ersten Male Gelegenheit, an sich selbst zu erleben, wie ordnungszerrüLtend der Antisemitismus wirkst Die persönliche Bekanntschaft mit dem LandgerichLspräsidenten hatte ihn nach Oppeln' geführt; da er dort sonst niemanden kannte, brachtej sie es mit 'sich, daß 'er ausschließlich, in christlichen Beamterrfireisen verkehrte. Nichtsdestoweniger glaubte sein Hauptmann in dem Berichte an das Regiment, in welchem er das dienstliche und außerdienstliche! Verhalten des Einjährigen lobte, hervorheben zu sollen, daß er auch in den ersten Kreisen jüdischer Religion verlkehre, welcher le tz terein er selbst an ge höre. Dieser Wink an den Oberst verfehlte sein Ziel nicht. Horwitz wurde nicht beförderst aber auch kein anderer Einjähriger stm Regiment. Man scheute wohl damals, so erzählte es unser Freund/ noch vor der weiteren Rechtswidrigkeit zurück, mindergeeignete Einjährige bloß deshalb vorznziehen, weil sie christlichen Glaubens waren. Den Rest seiner Reserendarzeit hatte er in Berlin verlebt und dort führten uns unsere Lebenswege zusammen. Als er in das Assessorexamen ging, war ihm bereits sein erstes Kind, ein sonniges Töchterlein, geboren. Unmittelbar nachseinemj Examen ließ er sich als Anwalt beim Kammer gericht nieder, ein Schritt/ der damals bei allen bedächtigen Senioren als ein Wagemut sondergleichen bezeichnet wurde. In dem Bewußtsein seiner Kraft schlägt er die Warnungen der Senioren in den Wind. Er hat seine Zuversicht und seinen Wagemut nicht zu bereuen gehabt. Es dauerte nicht lange/ so war er ein vielgesuchter und sehr bald .einer der Leschäftigsten' Anwälte des Kammergerichts. Ein gesunder Sinn für das Praktische/ eine glänzende Beredsamkeit und Dialektik zeichnete ihn aus. Mit Eifer und Energie trat er für die ihm anvertrauten Sachen ein. Er war ein gefürchteter Gegner, der in seinem warmblütigen Temperament weder sich noch seinem Gegner das Leben bequem machte; durch die Lauterkeit seines Charakters aber errang er sich allseitiges Vertrauen. Das Vertrauen seiner Kollegen hat ihn in den Ausschuß der Kammergerichts anwälte berufen. An das Kammeraericht folgte ich ihm als Anwalt und ich kann sagen: die Uneigennützigkeit und Vornehm heit seines Wesens, die Zuverlässigkeit seiner Freundschaft zeigten sich darin, wie er weinen MiLbewerb aufnahm. Wir hatten uns in der Referendar-

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