Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- None (sequence 3)
- Language
- German
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3 ----- Wirkens, sie wird uns unser Herzerwärmen und unsere Wege er* -hellen. In dieser feierlichen Stunde geloben wir -aber Dir, Maximilian' Hör Witz/ freu festzuh alten an Deinem Werke nach unserer Kraft, aus voller Seele und mit ganzem Herzen. Wir werden suchen, dies Werk zur Vollendung zu bringen. Dir, Maximilian Horwitz, Dir werden wir die höchste Dankbarkeit dadurch erweisen, daß wir Deiner stets gedenkend an diesem Werke fortarbeiten. Dabei wird die Erinnerung an Dich, an Dein Twn, an Dein Wirken, wird Dein Geist in unserer Mitte immer und ewig unser bester und höchster Freund im;b Vorkämpfer bleiben bis; zur Höhe! Bleib Du im ewigen Leben unser guter Kamerach unser Führer! £ Geh. Justizrat Dr. Gugsn Fuchs: Meine hochverehrten Damen und Herren! Liebe Freunde und Kollegenl Bier Wochen sind es her, daß sich die Augen unseres Freundes geschlossen haben, und daß ein reich gesegnetes Leben sich- Vollender hat. Als wir dem Staube gaben, was des Staubes ist, haben wir an seiner Bahre gelobt, daß wir seiner allzeit gedenken werden. Heute wollen wir mit der Einlösung dieses Gelöbnisses' beginnen. Lassen Sie mich sim Namen der Tausende, ja Hunderttausende, die sich um das von ihm geführte' Banner des' Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens geschaart haben, ihm für sein Lebenswerk danken. Lassen Sie mich ein Bild seiner Persönlichkeit geben, denn sein Lebenswerk ist eine Ausstrahlung seiner Persönlichkeit. Lassen Sie mich es heben, denn ich war sein Freund und sein Kamerad. Es mag hier unter uns Manchen geben, der durch die Bande des Blutes enger mit. ihm verknüpft, länger als ich mit ihm befreundet gewesen, in seine Alltags sorgen mehr hinein gesehen hat; aber Niemand kanrr? von sich sagen, daß er mit seinem Lebenswege inniger verwachse^ 'gewesen ist. Die Trommel ries zum Streits Ich focht au seiner Seite, Im gleichen Schritt und Tritt. Das mag es entschuldigen, wenn ichin das Bild seines Lebens iauch mich aufnehme; denn ich kann mit dem Kameraden sagen: Cs hat ihn sortgerissen. Er liegt vor meinen Füßen,- Als wüüs ein Stück von mir! Maximilian Horwitz ist am 26. November 1855 zu Berlin geboren. Im 'Herzen von Alt-Berlin, in der Neuen Friedrichstraße/ stand seine Wiege. Er war ein echter Sohn Berlins! Witz und Schlagfertigkeit, schnelles Erfassen und schnelles Zufassen, Großzügigkeit ohne Pedanterie, Ironie und Kritik, die vor dem eigenen lieben Ich nicht Halt macht und nicht bloß den Splitter Hn Auge des Nächsten sieht,- ein scharfer Verstand und eine scharfe Rede, die den Unehrenhaften schonungslos geißelte, den Zaghaften und im Geiste Armen mit liebenswürdiger Ironie abtat: Das waren die Berliner Züge seines Charakters. Hinter der Maske von Ironie und Scherz pulsierten ein warmes Herz und eine hilfreiche Hand; das waren die Erbteile seines jiidischen Vaterhauses. Sein Vater hatte ein Bank- und Produktengeschäst, und obwohl es nicht sonderlich groß war, hatte er durch Unbestechlichkeit und .Redlichkeit seines' Wesens sich solcher Achtung Md Wertschätzung erfreut, daß er zum Schiedsrichter und vereideten