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Im deutschen Reich · 1918-02-01 · Heft 2 (Februar 1918) · p. 67

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 2 (Februar 1918)
Article
Die Juden und der moderne Kapitalismus
Date
1918-02-01
Page
67 (sequence 2)
Language
German
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Die MM und der Röderne KaMRM'rS. 67 kche Entwicklungen auch in dis nationale Volkswirtschaft ein. Der auswärtige Handel ist daher die große Macht, die auch die inneren ruhigeren Verhältnisse revolutioniert, aus ihm stammt die dauernde Unruhe. Wäre er nicht, uüsere Wirtschaft wäre vielleicht geblieben, was sie in der Urzeit war, patriarchalisch und ohne Streben nach Erweiterung. Auf einer Insel, auf der sie dauernd von aller Berührung mit Fremden abgeschlossen wären, wären die Menschen möglicherweise niemals zu dem rastlosen und unruhigen Treiben gelangt, sie wgren aus ihrem Schlafe nicht erwacht. Es war das Schicksal der Juden, von einer bestimmien Zeit ab lange die Fremden unter den Völkern zu sein. Aach der Zerstörung des ersten Tempels waren sie in das Exil nach Babylon geschleppt worden. Und hie? begann ihre große Umwandlung. Welche ungeheure Bedeutung der Aufenthalt in Babylonien für dste «jüdische Religion gehabt hat, hat die lReligionsgesHichte gezeigt. Und jetzt stellt es sich heraus, daher auch für die wirtschaftliche Tätigkeit der Juden das entscheidende Ereignis geworden ist. In Palästina Bauern, wurden sie jetzt Kaufleute. Nicht die Juden des Heiligen Landes, sondern die der Diaspora gewinnen in der Geschichte Bedeutung, die Juden Babyloniens, die Riesengemeinde zu Alexandria, die Zahlreichen anderen Gemeinden, in denen wir sie bald finden, in Griechenland, in Rom, in Gallien, in Spanien, frühe schon, seit dem 4. Jahrhundert, in Deutschland. Und überall waren sie Fremde. Und deshalb auch überall Kausleute. In seiner „Philosophie des Geldes" (2.Auflage, S.222ff.) hat Georg Simmel aus allgemeinen philosophischen und soziologischen Erwägungen heraus diese Notwendigkeit entdeckt und glänzend ^begründet: „Zersprengte Leute, in mehr oder weniger geschlossene Kulturkreife hineindringend, können schwer Wurzel schlagen, eine freie Stelle in der Produktion finden und sind deshalb zunächst auf den Zwischenhandel angewiesen, der viel elastischer ist als die Urproduktion selbst, dessen Spielraum durch bloß formale Kombination fast unbeschränkt zu Lrweitern ist stnd der deshalb von außen kommende, nicht von der Wurzel her in die Grupps hineinwachfende Elemente am ehesten aufnehmen' kann. Der tiefe Zug de? jüdischen Geistigkeit, sich viel mehr in logisch-formalen Kombinationen als in inhaltlich schöpferischer Produktion zu bewegen, muß mit dieser wirtschaftstzeschichtlichen Situation in Wechselwirkung stehen. Daß der Jude ein Fremder war, ohne organische Verbindung mit seiner Wirtschaftsgruppe, das wies ihn aus den Handel und dessen Sublimierung im reinen Geldgeschäft hin." Von ganz anderen Gesichtspunkten aus hat ein weitgereister Forscher die gleiche Wahrheit gewonnen. S. Lichtenstädter („Nationalität, Religion und Berufsgliederung im Orient", in

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