Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- Das "Rote Kreuz" und die Juden
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 63 (sequence 7)
- Language
- German
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SSflg Rote Krejüz ttitb dis JuZW. 63 Sie Art und Weife, wie diese ausgeführt wurde, Äs beleidigend und unangebracht. Daß man aber auch im Roten .Menz, trotz der Unruhe, die jene Zählung verursacht hatte, eine solche noch vornahm, hätte ich persönlich vorher nicht für möglich gehalten. Das Rote Kreuz soll doch gerade die Verkörperung der Menschenliebe, der Nächstenliebe darstellen, die ohne Ansehen den .Person Gutes wirken, Armen und Unglücklichen helfen will. Wie konnte man da fragen, wer von den Helfern jüdischen! Glaubens seit Hat man denn auch gefragt, wie viele Protestanten, wie viele Katholiken darin tätig sind? Gibt es nicht einen mohammedanischen Roten Halbmond, mit dem das Rote Kreuz Hand in Hand arbeitet? And wenn man die jüdischen Helfer, notiert und zählt, warum hat man nicht auch die ins Ungeheure gehenden Summen gezählt, die von Anden dem Roten Kreuz' für dessen Zwecke zur Verfügung gestellt wurden? Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Auch ich habe dieses peinliche Verhör -urchgem-acht. Gewiß war der Herr, der, um jede Rücksicht zu üben, nicht aus mein Bureau, sondern zu mir in die Wohnung kam, ein vornehm denkender, durchaus tolerant gesinnter Mann (er tf| Universitätsprofessor), der sich entschuldigte und mir versicherte, wie unangenehm ihm die Sache sei, .die er nur auf höhere Anordnung durchführte, aber das konnte die Peinlichkeit der Situation zwar mildern, nicht aber sie aufheben. Auch hier, gings ähnlich wie Lei der Absage Iphigeniens an Thoas: „Mau spricht vergebens viel, um zu versagen; der andere hört von allem nur das Rein." Die Gegner, die Lurch fortwährendes Schimpfen und Verdächtigen so endlich ihr Ziel erreicht hatten, hatten zeigen wollen, daß beim Roten Kreuz viele „Drückeberger" sich befinden. Aber, wenn sie es nicht wußten, so hätte die Behörde, die es weiß, sie daraus aufmerksam machen müssen, daß das Rote Kreuz nicht von dem Dienst mit der Waffe enthebt, dag alle k.v. (kriegsverWendungsfähigen) Leute entweder gar nicht angenommen, oder nach der betreffe-rden Musterung, der sich auch alle im Roten Kreuz tätigen Männer von Zeit zu Zeit unterziehen müssen, daraus heransgezogen und ins Heer eingestellt werden. And dabei wird ihnen die Dienstzeit im Roten Kreuz nicht einmal angerechnet, selbst, wenn sie zwei Fahre und' mehr in der Etappe unter militärischen Gesetzen gearbeitet haben. Dazu sind sie dort — und alle jüngeren Mitglieder, wurden ohne Ausnahme in die Etappe gesandt — großen Gefahren >aus§esetzt, da sie auch in Seuchenlszaretten tätig sein müssen. Feigheit also ist es sicher nicht, was, wie böswillige Feinde gegen ihre bessere UeberzeugMZ verleumderisch behaupten, M-