Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 1 (Januar 1918) · p. 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 1 (Januar 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-01-01
Page
20 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
address
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2316602-2316876-2316877--28092-2353438
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Snt Deutschen Reich, 2D Man glaube nicht, daß es Lust an Katzbalgerei ist, wenn wir auf die konfusen Auslassungen irgendeines Judengegners eingehen, anstatt sie im Dunkel von „Deutschlands Erneuerung" ungestört schlafen zu lassen. Es laufen jetzt sehr viele Schuldige herum, die froh sind, wenn sie die öffentliche Aufmerksamkeit von ihren Verfehlungen ablenken können. Die Erbitterung im' Volke über die Teuerung und ungerechte Verteilung der Lebens- und Nahrungsgüter ist ungemein groß, der Boden für seelische Krankheiten und für Krankheitserreger ist darum' günstig. Deshalb sollte mau kein Symtom des Auftretens einer neuen seuchenhasten Krankheit unbeachtet lassen. Der Wagemannsche Krankheitserreger tritt keineswegs vereinzelt auf. Fast zu gleicher Zeit, am 7. und 9. Dezember 1917, hat Professor Adolf Bartels in Düsseldorf und Elberfeld Vorträge über „Die geistige Not Deutschlands" gehalten. Welcher Art Liese Vorträge waren, kann man aus dem bezeichnenden Amstand erkennen, daß, wie die ^Deutschvölkischen Blätter" selber berichten, in Düsseldorf eine Sängerin, die vor dem Vorträge einige Lieder zu Gehör gebracht hatte, sich weigerte, nach dem Vorträge des Herrn Bartels weiter zu singen. Diese Sängerin war gewiß keine Jüdin, denn es war eine antisemitische Versammlung!und die ,,DeutschlvölRschen. Blätter" würden nicht ermangelt haben, auf diesen Ilmstand hinzuweisen. Dies nebenbei.!In Elberfeld wurde nach dem Vortrag des Herrn Bartels einstimmig folgende Entschließung angenommen : „Hilfer Volk das in diesem Kriege schier Anglaubliches geleistet hat, verdient, daß es sich selbst kennen lernt. Zu diesem Zweck ergeht an alle deutschen Negierungen die dringende Bitte, fortan das deutsche geistige Leben bewußt auf das deutsche Volkstum einzustellen. Am von Grund auf eine deutsch-völkische Erziehung auf allen Gebieten zu gewährleisten, wird ferner an die deutschen politischen Parteien das Ersuchen gerichtet, ein G e s e tz a n z u st t e b e n, durch welches die Forderung erhoben wird: 1. ldaß ( alle P r o f e s s o r c n f ü r d e it t s ch e Geschichte u nd Literatur, 2. die Leit e r aller d e u t s ch e n Theater, 3. alle tz a u p t s ch rifH etter d e r deutschen Z e i -- t u n g e n b euts ch gefroren sein m it s s e n. Nur durch solche Bestimmung wird wieder deutscher Seist in Deutschland zur Herrschaft gelangen und der Mille zum Volk in allen .Kreisen gestärkt werden/' Der Ausdruck deuischgeooren ist unklar. Auf die Anfrage eines freisinnigen Blattes, pö unter deutschgeöoren die in Deutschland Geborenen verstanden werden sollen oder ob das Wort einen Gegensatz zu den in Deutschland geborenen Juden darstelle, haben die „Deutschvölkischen Blätter" geantwortet.- Das Wort deutschgeboren schließt natürlich die Juden

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.