Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 17 (sequence 3)
- Language
- German
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A'mschaur 17 Stummem noch einmal durchzublättern, so würde sie finden, daß' ihre Behauptung, sie störe den Burgfrieden nicht, eine alberne Anwahrheit ist; albern deshalb, weil die eigenen Leser das Gegenteil wissen. Ist es nicht and} bezeichnend, daß der General, der sich cm jener Berliner Zusammenkunft beteiligt hat, sich hütet, seinen Namen nennen zu lassen? Empfindet er vielleicht die Geheimhaltung des Planes als undeutsch und als Feigheit? Empfindet er das ganze Vorgehen als derart, daß es das Licht der Sonne zu scheuen hat? Ist ihm die Öffentliche Gemeinschaft mit Personen wie Bartels, Schmidt-Gibichenfels und Henningsen, mit dem Monomanen Grafen Reventlow unangenehm, etwa nach den Worten des allerdings am* deutschen Heine: „Blamier' mich nicht, mein schönes Kind, und grüß' mich nicht Anter den Linden"? Wie dem auch sei, es wäre sicherlich männlicher, entweder aus dieser Gemeinschaft auszutreten oder nachträglich auch mit seinem Namen für jenen Beschluß einzustehen. Bon einem General darf man doch wohl den Mut, Aeberzeugungen persönlich zu vertreten, erwarten. Wir sind auf das Schreiben des Herrn Henningsen, ungeachtet unserer kurzen grundsätzlichen Bemerkungen zu ihm in voriger Nummer, noch einmal eingegangen, weil wir es für notwendig halten, daß die deutschen Juden immer wieder auf die Gefahren aufmerksam gemacht werden, die ihnen der offene und versteckte, der Radauwie der Salonantisemitismus bereiten möchte. Eine Aeberraschrmg, wie Herr Generalsekretär. Henningsen meint, wird uns — wir wiederholen es — die Veröffentlichung seines Buches und der anderen antisemitischen Schriften nicht sein. Wir harten längst Derartiges vermutet und erwartet. So har uns eine Ortsgruppe im Reich rm November 1917 u. a. geschrieben: .. Wir möchten wünschen, daß jetzt schon täglich und stündlich. im ganzen deutschen Vaterlande und bei jeder Gelegenheit hinaus ge schrien wird: „Deutsches Volk, laß dich nicht betölpeln, man spekuliert ,auf deine Dummheit. Die Kreise, die für ihre Macht bangen, die eine politische Neuorientierung hintertreiben wollen, sie lenken deine Blicke von den nötigen. Schritten und berechtigten Wünschen ab, indem sie auf die Juden verweisen/' Täglich müßte jetzt schon in Hunderten von Artikeln zu lesen sein: Gerade diejenigen Kreise, die dem Volke die Nahrung, die Kleidung und alle Bedarfsartikel verteuern, die wollen die Bilgen dos Volkes von sich aölenken, indem sie joden Fall, wo ein Jude eine der tausenden Kriegsverordnungen Übertritt.- mit lautem Hallo au-spo saunen. Täglich müßte jetzt schon darauf hingewiesen werden: Die vier oder fünf größten Großindustriellen Deutschlands — wie Stinnes, Thyssen. Fürst Hohenlohe. Krupp u. a. — alles Christen —, haben mit ihren Hunderten von Millionen Kriegsgewinn- - viel mehr eingeh-eimst, als alle jüdischen Kaufleute in ganz Deutschland zusammen. Wenn man aeaen diese Leute nichts einzuwenden