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Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 1 (Januar 1918) · p. 16

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 1 (Januar 1918)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1918-01-01
Page
16 (sequence 2)
Language
German
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16 Im Deutschen Reich. Kaufleute, NechstsanwälLe, Aerzte, Studenten usw. geschickt werden. Aus jenem vertraulichen Schreiben ging ferner hervor, daß diese Schrift nicht die einzige Reberraschung für die Juden werden soll, daß vielmehr verschiedene Veröffentlichungen geplant sind. Als nicht unwesentlich erscheint uns der Umstand, daß der Plan zu dem geheimen Feldzug schon Ende 1915 gefaßt wurde, zu einer Zeit also, in der den Burgfrieden und die innere Einigkeit im deutschen Volke zu stören nody als fluchwürdiges, vaterländisches Verbrechen galt. Eineinhalb Jahre später, am 7. Juli 1917 hat Herr Henningsen sich veranlaßt gesehen, den erwähnten Werbebrief zu schreiben, der den Gesinnungsgenossen vertraulich um Geldbeiträge bittet; ,,denn wir dürfen nicht mit Schulden abfch. neiden." Den Antisemiten ist die Veröffentlichung des Brieses sehr unangenehm, obgleich sein Inhalt uns keine Reberraschung geboten hat. Die „Deutsche ölkis chen Blätter" stellen es so dar, als habe Herr Henningsen einzelne Persönlichkeiten ,,zur Mitarbeit bei (ein nettes Deutsch!) der nach dem Kriege notwendigen Aufklärung über das Judentum" ausgefordert. Eine sehr zarte Rmschreibung der Bitte um Zeichnung von Geldbeiträgen. Rnd dann versichert das Blatt: „Wir und unsere Freunde befinden uns nur in der nötigen Ab wehr arb eit. Wir stören den Burgfrieden nicht, sind aber auf dem Posten, wenn die Bedeutung deutscher Leistungen verkleinert werden soll." Sieh da, sieh da! Als bekannt geworden war, daß-der Centralverein Wucherfalle von Christen sammle, um gegenüber den zu erwartenden antisemitischen Angriffen aus die Juden mit erdrückendem Gegenmaterial dienen zu können. — Angriffen, die in der antisemitischen Presse längst begonnen haben—, gab es in den judenfeindlichen Blättern ein unlieb liches Geschrei. Damals, als Ende 1915 in Berlin der alldeutschantisemitische Graf Nedentlow, die bekannten Judenfeinde Professor Bartels und Or. Schmidt-Gibichensels, ferner Hofrat Lehmann, Theodor Fritsch, der Hammermann, Herr tzenningsen und ein General, dessen Namen nicht genannt wird, zusammenk-amen, um den Feldzug gegen die Juden zu beschließen, war von der notgedrungenen Waterialsammlung des Centralvereins noch nirgends etwas zu lesen gewesen. Rnd trotzdem m ^&^er>^t Vielleicht haben die „Deutschvölkischen Blätter" die Freundlichkeit, einige genauere Angaben darüber zu machen, wann und wo die Juden den von ihnen peinlich beobachteten Burgfrieden gestört und dadurch die sriedenliebenden Antisemiten in die Notwendigkeit Versetzt haben, zu einer solchen Abwehr zu schreiten. Wenn dagegen die SHriftleitung der „Deuffchvölkischen Blätter" sich einmal der üich't Mgenehmen Aufgabe unterziehen wollte, ihre eigenen

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