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Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 1 (Januar 1918) · p. 7

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 1 (Januar 1918)
Article
Die Juden und der moderne Kapitalismus
Date
1918-01-01
Page
7 (sequence 4)
Language
German
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Ws Iudrn und der nrsderne HäpiiaWmuL 7 verlangen nur ein>s sichere, wenn auch bescheidsne Stellung, oder eine, wenn auch schlechtbezahlte, so doch besonders angesehene Berufstätigkeit. Beamte, Offiziere sind in ihren Anforderungen an den finanziellen Ertrag ihres Berufes bescheiden und Verlangen nichts mehr, als ein anständiges Auskommen. Alle diese Klassen denken also nicht kapitalistisch. Noch seltener ist das Streben nach unbeschränktem Gewinn irr der Vergangenheit zu finden. Lange Zeit hindurch sind die Menschen froh, wenn sie ihr Auskommen finden, ihre „Nahrung", wie sich der Handwerker des Mittelalters, ihre „Parnassoh", wie sich genau mit dem gleichen Worte die jüdische Volkssprache ausdrückt. And umgekehrt wird vielleicht einmal einer fernen Zukunft diese rastlose Jagd nach Gewinn unbekannt sein, wenn nämlich einmal der Sozialismus cür die Stelle des Kapitalismus getreten sein sollte und den Unternehmer durch den Beamten ersetzt hat. Das ist ja einer der sichtigsten Einwände, die gegen den Sozialismus erhoben Verden. Auf jeden Fall aber ist das uferlose Streben nach Gewinn eine Erscheinung der Geschichte und kein ewiger, zu allen Zeiten herrschender Zug der menschlichen Natur. Ihre Entstehung und ihre Entwicklung ist mithin ein Gegenstand der geschichtlichen Forschung. Eingeboren ist der menschlichen Natur viel eher die Beharrung bei dem,. was die Väter getrieben haben, und bei den Lebensverhältnissen, unter denen sie ihr Leben verbracht haben. Eingeboren ist uns also eine Stimmung, die jener kapitalistischen gerade entgegengesetzt ist. Was hat nun die Menschen aus ihrer Liebe zum Hergebrachten herausgerissen? Was hat ihnen die unersättliche und nie gestillte Begierde nach dem Gewinne eingepflanzt? Das ist eine Grundfrage de? modernen Wirtschaftsgeschichte bei ihren Forschungen nach den Ursprüngen des modernen Kapitalismus. II. In einer nun schon vergangenen Epoche der wirtschasttzeschichtlichen Forschung hat man die Unruhe in dem Uhrwerk der Geschichte ausschließlich und einseitig in den äußeren Verhältnissen gesucht, etwa in der Entdeckung Amerikas oder in der Gründung von Kolonien und im Handel mit ihnen, oder in der Erschließung und Ausbeutung neuer Silber- und Eoldminen, oder in der Erfindung der Dampfmaschine oder anderen großen technischen Neuerungen, kurz, in tausend äußeren Ereignissen, die an Stelle gegebener Zustände den ewioen Fluß und die dauernde Umwälzung bringen. Die neuere Forschung aber geht weiter. Sie schaut nicht nur auf diese Veränderungen in der Außenwelt, sondern auch auf die ssslischen Kräfte im Menschen, die diesen zur Ausbildung

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