Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Alldeutsch oder international
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 500 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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500 Fm Deutschen Ueich. meint den A ntisenriLis nr n s erforgreich zrr belämpfeu, indem man den nationalen Gedanken bekämpft. Man macht sich sticht klar, daß man damit das Gegenteil erreicht. Der Altdeutsche Verband hat seinen Bestrebungen beu weitesten Rahnun gesteckt und in keiner Weise eine Bekämpfung des Judeu- Lnms beabsichtigt. Aber indenr matt von jüdischer Seite sich in zunehmendem Maße gegen ihn ereifert und in ganz grundloser Weise gegen ihn vorgeht, nötigt mau ihn natürlich, sich 'gegen die jüdischen Angriffe zu verteidigen. Es liegt uns natürlich fern, hier einen allgemeinen Borwurf gegen alle Inden auszusprechen. Es gibt Juden, die eifrig national gesinnt sind und auch im Alldeutschen Verband selbst fehlen sie nicht; sie verurteilen scharf die §gUuitg der jüdischen Mehrheit. Aber eS ist notwendig, auf jenen wunden Punkt den Finger zu legen; notwendig im Interesse des Judentums selbst. Hervorheben wollen wir freilich, daß das Judentum selbst nicht allein die Schuld trägt. Fände der nationale Gedanke allgemein bei unseren Volksgenossen eine energischere Anerkennung, so wären jene Dinge nicht möglich. In Frankreich und England stellt sich das Judentum nicht im mindesten in Gegensatz gegen den nationalen Gedanken." Gegen Bernsteins Angriff, die Inder: seien allzu chauvinistisch, haben nur keinen Anlaß, sie zu Verteidiger!. Denn es handelt sich hier um etwas Formelles und nicht Materielles, eher um Fragen des Taktes als der Gesinnung. Die historische Entwicklung hat eine gewisse Unsicherheit hervorgebracht, die noch nicht überall überrounden ist und der Wunsch, feine Einpassung in deu neuen Kreis augenfällig zu zeigen, mag zu manchem Uebergriff geführt haben. Ost aber liegt der angeblich aufdringlich überschäumende Chauvinisrnus, der höchstens im Worte sich offenbart, nur in der Person des Beurteilers. Der normale Patriotisrnus eines Inden wird häufig für ein unnatürliches tat!loses - Hervorkehren unechter Gefühle angesehen, roeil er von manchen andersgläubigen Kennern deutscher Judenpolitik nicht erwartet wird und weil sie selber bei einer Prüfung ihrer eigenen Gesinnungen in Zweifel geraten, ob ihr Patriotismus ähnliche Belastungsproben durch Zurück- -setzung und Haß ertragen könnte. Bernstein schenkt sich natürlich Beweise. Er beharrptet nur und verläßt sich darauf, daß gedankenlose Leser sich damit zufrieden geben. Daß er nebenher vor kleinen Verleumdungen nicht zurückschreckt und beispielsweise den K. C.-Blättern Gesinnungen andichtet, von denen, auch bei noch so übelwollender Beurteilung; nicht eine Spur zu finden ist, sei nebenher bebemerkt. Zum mindesten liegt hierin eine große Fahrlässigkeit. Läßt schon diese negative Seite von Bernsteins Anschauungen^ jede Vertiefung vermissen, so steht mau bei seiner: