Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 496 (sequence 5)
- Language
- German
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496 Fm Deutschen Reich'.- werden wird, das; die jüdischen uTtitöijcmcinbcn den Leiden! christlichen Bekenntnissen, die 16 Mitglieder präsentieren dürfen/ 'gleichgestellt werden. * An die oben erjvähnte G e 11t c i it f a m t c 11 der Konservative n und Antisemiten ist inan gerade 51t rechter Zeit durch den Tod A, d 0 l f W agners erinnert worden. Nach Schmoller hat a:n 8. November auch Tagner das Zeitliche gesegnet. Zwei „Katheder-Sozialisten", Schmoller ein Wissenschaftler, Wagner eil: Streiter, beinahe ein Streit- Hans. Kampf war sein Lebenselement. Unr 1880 herum sah man ihn neben den: Hosprediger Adolf Stöcker an der Spitze der neu gegründeten christlich-sozialer: Arbeiterpartei, die der Berliner Volkswitz unter Bez:rgnahme auf die Vornamen der beiden Führer die „Adolf- Partei" nannte. Hand in Hand mit den Konservativen wollte diese antisemitische Sturmtruppe den Berliner Fortschrittsring sprengen unb namentlich die verhassten Abgeordneten Rudolf Virchow nnb Albert Träger aus den: Zieichstag entfernen. Fr: der „Freisinnigen Zeitung" berichtet ein alter liberaler Vertrauensmann aus feinen Erinnerungen recht anschaulich über die damaligen Kämpfe. Er erzählt n. a.: Da inan zu der Werbekraft der reaktionären Forderungen kein rechtes Vertraue:: hatte, die neue antisemitische Bewegung aber in Vereinen und Versammlungen bereits eine starke An? ziehuilgskrast gezeigt hatteso wurde die „In d e itf re! c\ cu in den Mittelpunkt der ^lgitgtiou gestellt. Der Kampf gegen die Fortschrittspartei begann sich zu einer Jude n h e he s 6) l i m 111 ster Ä r t auszuwachsen; antifortschrittlich und austiseruitisch. wurden gleichartige Begriffe. Die Bewegung blieb nicht allein auf die politische Agitation beschränktim gesellschaftlichen und geschäftlichen Leben, in öffentlichen Lokalen und namentlich unter der Studentenschaft, ja sogar in den Schulen führte sie die unliebsamsten Zusammenstöße herbei. Es ist heute noch unvergessen, nt wie scharf ablehnender Weise sich Kla i s c r Friedrich dieser Agitation gegenüber äußerte. Stöcker und Wagner eilten von einer Versammlung in die andere. Beide hervorragende Volksredner, schürten und hetzten sie die Bevölkerung gegeneinander auf und forderten die Einschränkung der staatsbürgcrlicheir Rechte ihrer jüdischen Mitbürger. Auch gegen die liberale Presse wurde iit der unglaublichsten Weise vorgegangcn... Stöcker wurde 1881 im zweiten Wagner im vierten Berliner Wahlkreis ausgestellt. Der Wahltag brachte der Reaktion eine bittere Enttäuschung... Aber die Reaktion gab das Spiel noch nicht auf. Auch bei den folgenden ^Berliner Reichs- und Landtagswahlen vcrsirchte sie, den Fortschritts-Ring zu zertrümmern. Immer war die „Iudenfrage" ihr hauptsächlichstes, vielfach ihr einziges Agitationsprogramm. Bei den Land« tagswahlen kam es so weit, daß die jüdischen Wahlmänner bei Ausübung ihres Wahlrechts von der Polizei gegen fanatische Anhänger Stöckers und Wagners beschützt werden mussten. Als dann im September 188.6 Ludwig Löwe, der gefeierte Volksmann und Vertreter des ersten Wahlkreises, starb, bewarb sich Adolf Wagner von neuem um das Rlckndat. Mieder gab cs einen Mahl-