Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 441 (sequence 8)
- Language
- German
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Maxlmlllark HorwrhV 44i Manchen unangenehrn, aber sie war ein Gluck für uns. Denn an der Bewegung, die der Centralverein fördert, kann nur derjenige führend Leilnchmen, der auch j'LM letztes Air sie hergibt. Dann hat H.orwitz, so sehr er auch berechtigter Kritik Zugänglich war, jeden Versuch, in Versammlungen unsachlich und gehässig zu wirken, unmöglich genlacht. Diese seine mustergültige Versamnrlungsleitung erregte wegen ihrer Straffheit allenthalben Bewunderung. So/teht der uns so früh entrissene Maximilian ..Zorwitz vor unfern Augen charaktervoll, pflichttreu bis zum letzten, erfüllt voir allfrechtcr Vaterlandsliebe^ ^überzeugt von den: Rechte der Juden, von der Notwendigkeit seiner Erkämpfung und beseelt von dem Wunsche, die ganze jüdische Gemeinschaft zu *Jl\U Iftrcitcru 51t machen. Wir Juden pflegen dem Dahingeschiedenen nachzurllfen, „das Andenken des Gerechten gereicht zum Segen",- H.orwitz war nicht allein in seiner Person ein Gerechter, ein Zadik, sondern er war ebenso ein Mann, der andere zur Gerechtigkeit erzog und der im Berufe und außerhalb des Berufes den Kampf für den Sieg der Gerechtigkeit auf sein Banner geschrieben, hat. Uneigennützig für das Ganze zn leben, war sein Ziel. Die Seele des deutschen Judentums von dem auf ihr lastenden Drucke zu befreien, war feine Aufgabe und der Dank der deutschen Juden, die den 9?ameu Maximilian Horwitz. tu die Reihe ihrer größten Männer ausgenommen haben, wird sein verklärtes Bild bis an das Ende der Tage umgeben. In tiefster Verehrung werden kommende Geschlechter sich dieses geliebten Mannes er* erinnern. Ludwig .Holländer, z. Zt. im Felde. Die Bestattung unseres Vereins-Vorsitzenden, Iustizrak Maximilian Horwitz, hatte am 18. Oktober die ganze jüdische Gemeinde Berlins zn einer einzigen Trauer-Versammlung gemacht. Als hätte der Himmel selbst Trauer angelegt, umflorte das Finnament eine dichte Wolkendecke, aus der zeitweilig, wie ein stilles Weinen, der Regen herniedertrofst Trotzdem zogen in endloser Wallfahrt die -vornehmsten .Vertreter der jüdischen Gesellschaft, der Gemeindeverwaltung, aber auch der Anwaltschaft zum Friedhof in Weißensee hinaus. Die weiten Hallen konnten entfernt die Menge der Leidtragenden nicht fassen. Es war, als hätte man erst jetzt, da wir ihn verloren, so ganz begriffen, was wir an Maximilian Horwitz besessen, welch eine Summe opferfreudiger Tatkraft, welch einen Schatz von lichtem Verstände geleiteten, heißen Eifers für die Sache des Judentums wie des Deutschtums. Diese Empfindung durchwärmte, durchflammte denn auch die schwunghaften und gehaltvollen Reden, die an der'Bahre des ans M entrissenen Führers 'gehalten wurden. Die. fite«?