Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 440 (sequence 7)
- Language
- German
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4-10 Sm Deutschen Aeichä und man hat auch Horioitz gegenüber, iroObern er das alfijcmcinc Verl ro ne:: in l)öcl:sle.n ^uihe genoß, nicht immer erkannt, das; ein Urteil afr derjenige ad geben kann, der die Grenzen des Möglichen genau 511 überschauen gelernt hat. Bei den außerordentlichen Fähigkeiten eines Horwitz wäre es ihm ein leichtes gewesen, auf andern Gebieten öffentlicher Wirksamkeit Titel nnd Orden und matcricttc Guter zu gewinnen. Diese äußere Anerkennung wird bei einer Tätigkeit für eine Sache, wie sie die unsrige ist, in der Regel fehlen. Mahner lind Kritiker gibt es genug, Bleu scheu, die von Dank für das uneigennützige Walten anderer erfüllt fiub, nicht a11^n häufig. Aber wir, die wir mit ihm gearbeitet haben, ebenso wie eine spätere Geschichtsschreibung deS Judentums werden es ihm danken und sein Name wird sich dern andern großen Kämpfer um Recht nub Freiheit ebenbürtig anreihen. Horwitz war ein Mann von einer solchen Pflichttreue, daß er, der vor der Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Inden in Hamburg von einer:: schweren Unfall betroffen wurde, sich zu den Verhandlungen schleppte, um diese mit llebcriuinbintrf der größten körperlichen Schmerzen zu leiten. Es war ein unvergeßliches Bild, nüc er damals, in der Nacht vor der Hauptversammlung, von den größten Schmerzen geplagt, im Belt immer wieder sich ansrichtete nnd erklärte, er müsse seine Pflicht erfüllen und wenn es bis znm äußersten ginge, er rnüsse die Bersermmlnng leiten. Er hat sie geleitet und wohl niemand hat gemerkt, welches Maß von Schmerzen er erduldet hatte. Seine Gattin, der er durch seine Tätigkeit für die Allgemeinheit so häufig entzogen war, bat ihn niemals an dieser Wirksamkeit 51t verhindern: gesucht, sie hat ihn im Gegenteil in seinen: idealen Streben gefördert und sich seiner Erfolge gefreut. Das wird ihr nie genug gedankt werde:: können. Allgemein bekannt ist, daß Horwitz tiefster Kummer in den letzten Jahren seines Lebens nicht erspart blieb. Seine blühende Tochter sank frühzeitig ins Grab. Kurz vor seinem Tode mußte er seinen einzigen Sohn begraben. Als ich ihm das letztemal die Hand drückte, sagte er zu mir: „Sie werden eS begreifen können, wie man empfindet, wenn man beide Kinder in Weißensee bergen mußte." Und gleichzeitig hat er damals tief bewegt von den Aufgaben des Centralvereins im Kriege gesprochen ::nd ausdrücklich erklärt, er werde sich bemühen, den übernommenen Pfichten nach wie vor nachzukommen. Mit bewundernswerter Standhaftigkeit hat er §ich in all den Jahren, in denen der Schmerz um die verlorene Tochter auf ihm lastete, immer wieder selbst zur Arbeit angehalten und andere dazu begeistert. Er war der.Phrase abhold und konnte denen, die nicht ihr letztes für unsere Sache hergaben und ihr trotzdem zu dienen vorschützten, recht scharf gegenübertreten. Diese Schärfe war