Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 437 (sequence 4)
- Language
- German
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Maximilian Hör Witz. 437 anerkannt wird, so hat H.orwitz in langjähriger Bemühung und erst nach Hcbcriv*iubung zähesten Widerstandes dieses Ziel erreicht. Gewiß kann nicht gctcugnet werden, daß ihm weite zionistische Kreise sein Eintreten für die Zionistenresolution nie vergessen haben. Dabei war er durchaus kein Gegner des Baseler Programms. Aber er trollte und konnte es nicht dulden, daß das' deutsche Judentum sich als Staat im Staate, als ein Gastvolk im WirLsvolk, als ein Bevölterungsteil bezeichnet^ dessen Zu-! kunft nicht Deutschlands Zukunft, dessen Heimat nicht deutscher Boden ist. Das .Hinnehmen einer solchen Auffassung wäre ihm Nicht nur nicht politisch, sondern in erster Reihe unwahrhaftig erschienen. In weite:: Kreisen der Zionisten wurde dieser Stande Punkt durchaus gebilligt, wenn sich auch die offizielle Parteileitung ihn: niemals angeschlossen hat. Und der Krieg hat ge-< zeigt, daß Ln praxi auch die Zionisten sich als gute Deutsche erweisen, die Theorien verfechten, welche sie in ihrem tiefsten Herzensgründe gar nicht.anerkennen, sondern infolge doktrinärer Geschichtsauhfaüun.a sich Lu eigen gemacht haben. Durch .seine Tätigkeit hat Horwitz, der begeisterte Deutsche und der^ ticfc empfindende Jude, gezeigt, wie Deutschtnur und Judentum zu idealer Einheit verschmolzen werden können. Eiwe weitere Erkenntnis, die sich für Horwitz durch seine Tätigkeit ,ergab, beruhte auf der Schaffung der demokra^ tischen Grundlage unseres Vereins. Man hat viel und teil-" weise mit großem Unrecht auf die -„NoLabelnwirLschast" innerhalb' des deutschen Judentums hingewiesen und dabei verkannt, daß' ldÄ sogenannten Notabeln vielfach diejenigen sind, die durch Einfluß nnch Persönlichkeit wirken können und zur Wirksamkeit in erster Reihe ber::fen sind. Aber wenn diese Notabeln Offiziere ohne Soldaten bleibe::, dann ist cS um die Sache, die sie ver^ treten, schlimm bestellt. Darum hat Horwitz dafür gesorgt, daß innerhalb der Organisation des Ceutralocreins jeder Führer werden kann. Er hat es oft genug durchgesept, daß auch gegen den Willen sogenannter maßgebender Persönlichkeiten mit starkem Beharrungsvermögen a::sstrebeude Elemente an die Spitze von Ortsgruppen und in den Hauptvorstand berufen wurden. Er: hat ferner dafür gesorgt, daß im Centralverein auch das letzte Mitglied unter allen Umständen mit seinen Anschauungen. Gehör findet. Dar nur hat er die AnhängerzahL LeS EentralvereiuH fortgesetzt vermehrt und viele Tausende als treue Mitstreiter ziu Leu Fahnen gereiht. Dazu fommt noch, daß «er durch die ständige Bearbeitung der außerordentlich umfangreichen Akten des Centralvereinö Ln steter Fühlung mit den Wünschen und' , Nöten auch des kleinstei: Mannes unter den deutschen Juden gc> wesen ist. Ob religiös, orthodox oder liberal, war ihm, dem' vberstejn Grundsatz unseres Vereins enl/prechend, völlig gleich'. Der Unterschied dieser Auffassungen 'scheidet für unsere Arbeit