Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 438 (sequence 5)
- Language
- German
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438 Im Scutfdj'cu Reich.' Dolftommcit aus. Von diesem Standpunkt auch nicht eine Haaresbreite nbzuweichen, war ihm Grundsatz. Er sah den Wert der Kleinarbeit nicht allein darin, daß in ihr ein großer Teil der Lösungen enthalten ist, die in ihrer Summe die Gleichberechtigung der Inden ausmachen, sondern er wußte und wies innner darauf hin, daß durch liebevolles Eingehen auf die Wunsche auch des> letzten seiner Mitglieder der Eentrakverein dem ganzen Jndentunk ni'ltzt. Dazu kam eines: loürde dm Gegilerschast gegen die Inden lediglich durch Maßnahmen der Negierung geschaffen oder aufgehoben werden können, so wäre. die Aufgabe des Central- Vereins verhältnismäßig einfach zu losen gewesen. In Wirtlichkeit liegeil die Dinge aber anders. Man hat ja nicht allein mit Maßnahmen von oben, sondern noch viel mehr mit Stimmungen in der Bevölkerung und mit Treibereien von unten, zu rechnen. Horwitz sah ein, daß ebenso wichtig, wie z. B. die Frage der Beförderung von Juden zu Reserveoffizieren, das große Gebiet der Bearbeitung des wirtschaftlichen Antisemitismus ist, daß die Fürsorge für wirtschaftliche und gesellschaftliche Gleichberechtigung der .Kleinen, ferner der Standpunkt, der vielfach von gegnerischer Seite eingenommen wird, die Juden ehren, aber nicht ernähren, zu einer außerordentlichen Gefahr iucrbcu muß, und daß deshalb dieser wirtschaftliche itnb soziale Antisemitismus besonders schwerwiegend und zu bekämpfen ist. Wohin sollte es fuhren, wenn innner mehr große. Unternehmungen, so Banken, Fabriken usw. Inden ausschlösseu und wenn der Sinf „Kauft, nicht bei Juden!" innner mehr erhoben würde? Diese Gefahr bannen und Zn bekämpfen, hat Horwitz unermüdlich 'gearbeitet. Dann organisierte er die umfangreiche Tätigkeit des Central- Vereins bei Wahle,!, bei denen die Judengegnerschaft eine Rolle spielte. In den Zeiten solcher Wahlen hat Horwitz. täglich viele Stunden sich mit Liebe und Hingebung der Erledigung aller Linsgaben und Einzelfragen unterzogen. Alle, die wir mit ihm arbeiten durften, haben von ihm gelernt, daß in bezug ans Genauigleit und treue Arbeit gerade in Wahlzeiten nicht zuviel geleistet werden kann. Die 'großen Archive, des Centralvereins werden für alle Zeiten die unendliche Fülle von Anregungen enthüllen, die Horwitz , in dieser Beziehung gegeben hat. Seine vielfachen Bemerkungen grundsätzlicher Art werden lehrreich und fruchtbar bleiben. Sie einmal.zu sammeln und zu veröffentlichen, wird eine Ehrenpflicht für unsere Gemeinschaft sein. Durch die Ausbreitung der demokratischen Grundlage wurden naturgemäß die Ansprüche an den Verein innner größer, und niemals hat Horwitz zrlgetasscn, daß auch nur die kleinste Anregung, die gegeben wurde, ungeprüft oder unbeantwortet geblieben ist. In der Zeit seiner .Amtsführung schwebten große Ritual-