Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 436 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316874-2352974--27802-2353112- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
436 Im Deutschen Reichs auf unserm Wege bedeutet und Horwitz hat diese WsrtL in die Tat Umgesetzt. Diese Grundlage des Centrcuvercins bedeutet einett mächtige!: Fortschritt in den Bestrebungen, Jndenheit und Juden zu fördern, einen Fortschritt, der aufs höchste gewertet werden muß. Denn früher hat man geglaubt, nur mit Klagen etwas erreichen zu können. Horwitz aber lehrte die deutschen Juden, nicht Klagen, nicht Vorstellungen allein helfen euch, sondern der letzte Mann muß in seiner Person und in seinem 'Handeln den Willen und die Befähigung erlangen, für seine Ehre und sein Recht, für seine Gemeinschaft und feine Kinder einzutreten. Wir selbst müssen die Träger und Verwirllicher aller unserer Wünsche sein. Schwer war die Ausführung dieser Gedanken. Während Fuchs sie mehr theoretisch begründete und immer wieder Geschichte, Literatur und soziale Umgebung untersuchte und diese Untersuchungen in seinen Abhandlungen, Reden und Vorträgen verarbeitete und so eine Soziologie des heutigen deutschen Judentums schuf, hat Horwitz die Tätigkeit des Ceutralvereius in einer, unermüdlichen Kleinarbeit, die niemals genug bekannt geworden ist, auf die heutige 'Zeit eingestellt und immer mehr ausgedehnt. Der so viel beschäftigte Manu hat im Laufe von mehr als zwei Jahrzehnten täglich mehrere Stunden seiner Arbeitskraft für die deutschen Juden verwandt. Zunächst lag ihm daran, den: Ccutralveerin in unermüdlicher Tätigkeit Anhänger von der Maas bis au die Memel zu schaffen und ihn: überall, selbst in den kleinsten jüdischen Gemeinden, eine Heinistätte zu bereiten. Bis in die letzten Atonale seines Lebens, unternahm er Reisen, hielt Vorträge, versammelte Ortsgruppen und Vertrauensmänner mit sich und besprach unter sorgfältigstem Eingehen auf alle örtlichen Verhältnisse die entstehenden Fragen und Bedenken. ES gelang ihm persönlich, auch in süddeutschen Staaten, dem Centralverein einer: tresslichen Boden zu bereiten. Er war es, der unsere beiden unvergeßlichen Führer, Gustav I o s e. p h t h a l in Nürnberg und Abraham O f n e r in München, zu begeisterten Vorkämpfern der Ideen des Eeniralvereins gemacht hat. Es mutet heute wie eine längst vergangene Zeit an, wem: mm: in den: Vortrage „Ehrenpflichten"' die bewegliche Klage darüber findet, wie so viele unter aller: nröglichen Scheingründen es ablehnen, sich dem Centralverein anzuschließen und für ihn zu arbeiten *) Alle diese Zweifler, von denen er damals, sprach, hat er bekehrt. Und lucuu bet Eentralverein eS heute erreicht chat, daß die von ihn: geübte Art und Weise für das Judentum eiuzuirelen, von der überioiegenden Mehrzahl der deutschen Inden ab? richtig ') »3m deutschen Reich« 1898, Seite 176 ff.