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Im deutschen Reich · 1917-11-01 · Heft 11 (November 1917) · p. 435

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 11 (November 1917)
Article
Maximilian Horwitz
Date
1917-11-01
Page
435 (sequence 2)
Language
German
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Maximilian Horwitz. 435 Wenige Worte sagen es: Glaubenstreue und Vater-, lands liebe.'" Und ein andermal führte H.orwitz in Dem programmatischen Vortrag „Ehrenpflichten'', der noch heule, trotzdem er 'im einzelnen veraltet ift, ein klassisches Zeugnis für die Ausfassung des ersten Vorsitzenden unseres'-Vereins darstellt, aus, daß zu den wichtigsten Aufgaben des Ccntralvereins die Hebung der Selbstachtung und des Selbstbewußtseins gehört, und daß allein durch diese Hebung von Selbstachtung und Selbst-. Lewußtsein ein guter Schritt zur Erlangung der Gleichberechtigung getan ist. Der Gedanke, von dem deshalb der junge Eeniralverein durch seine Führer Horwitz und Fuchs beseelt wurde, war der: die deutschen Juden müssen bis zum letzten Mann au dem Kampf für die Gleichberechtigung interessiert und von dem Gefühle beherrscht werden, daß es auf jeden Einzelnen ankomm L, um die Ehre des jüdischen Namens zu heben und das .Erworbene zu erhalten. Darum hat Horwitz den Kampf gegen die Duckmäuser mit Nachdruck verlangt und in einer weithin beachteten Ansprache an die Berliner Studenten am. 23, Juni 1901 ausgeführt: „Wir sagten uns, wer nicht laut auftritt, den hört man nicht, und wer sich nicht Gehör verschafft, der bekommt eben nichts. Bei dem wird altes bleiben, wie es gewesen ist; im Gegenteil, das Schlimme wird sich verschlimmern." Und weiter rief Horloitz in all den vielen Hunderten von Versammlungen, in denen er innerhalb des Deutschen Reiches sprach, immer wieder den deutschen Juden zu, daß sie bie Gleichberechtigung nur erhalten und wahren können, wenn sie die Treue zu ihrer angestammten Glaubensgemeinschaft halten.*) Au'.ch nach innen mußten wir aufklären, auch' unfern Glaubensgenossen müssen wir klarma chen, d a ß s ie Nückh a lt, Nü ckgra L, d aß s ie S elb st - Lewußtsein, Stolz und Mannes würde in einem Maße sich an eignen müßten, das gar nicht zu umfassend sein kann." Daraus folgte wiederum,'daß H.orwitz die Unbedingte Treue zu ihrer Glaubensgemeinschaft von allen verlangte, die sich der wirklichen Achtung und Gleichberechtigung im Staate erfreuen wollten und daß er sich in diesem Punkte auf den Standpunkt stelle: ^Kompromisse werden nicht geschlossen.^ Früher hatte man Waffen genug gegen die Judengegner, aber keine Kampfer, die sie trugen. Horwitz hat durch die Einbeziehung der großen Masse der Inden für die Waffen deren Träg er,, die Kämpfer, gestellt. Geschult werden diese Kämpfer in den Versammlungen. Eugen Fuchs hat einmal ausgesprochen, daß jede gelungene Mitgliederversammlung schon einen .Schritt *) In seinem Vortrage „Ehrenpflichten" „Im deutschen Reich" 4. Jahrgang, 1888.

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