Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1917)
- Article
- Der Vernichtungskampf gegen die Juden in Rumänien
- Date
- 1917-10-01
- Page
- 414 (sequence 3)
- Language
- German
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414 Im Deutschen Reich- Armee ist brutal und zahlreiche jüdische Soldaten verlangten in die russische Armee versetzt zu werden, wobei sie ausdrücklich wünschten, gerade in die Todesbataillons eingetragen!zu werden. Schon ein solches Vorhaben wird als „Desertion" betrachtet und die unglücklichen Soldaten, die den Antisemitismus ihrer Vorgesetzten nicht mehr ertragen können, werden als ,,Deserteure" in Gefängnisse gesperrt. Als die Niederlagen der rumänischen Armee begannen, brachen schwere Tage für die Juden herein. Jeder Rückzug der rumänischen Truppen kostete einer großen Anzahl rumänischer Juden aller Klassen das Leben. Die angesehensten Juden, Vertreter der Gemeinden, Vorsteher^ wurden ohne jeden Grund ins Gefängnis gesteckt. Der bekannte Bankier War Rubenstein in 'Galatz, im Ehrenamt norwegischer Konsul, ein bekannter Philanthrop, einer der angesehensten Bürger de!ri Stadt, konnte die schimpfliche Beleidigung, daß, man ihn der Spionage verdächtigt hatte, nicht ertragen und beging im Gefängnis Selbstmord. Als man mit der Regelung der Lebensmittel in Rumänien begann, erhielten alle Präfekten den Befehl, zunächst die rumänische Bevölkerung zu versorgen; die „Fremden", d. h. die Juden, sollen erst nachher berücksichtigt werdent Die Folge davon war, daß die jüdischen Einwohner ohne Lebensmittel blieben. Schreckliche Szenen spielten sich vor den öffentlichen LebensmiLtellokalen ab. Hunderte von jüdischen Frauen und Mädchen wurden von den Läden vertrieben, trotzdem in den Lokalen reichlich Lebensmittel zum freien Verkauf vorhanden waren. In einer Reihe von Städten konnten die Juden überhaupt keine Lebensmittelkarten bekommen. Am sich Lebensmittel zu verschaffen, gehen fast täglich Scharen von Kindern zu Fuß von Jassy nach der russischen Grenzstadt Angeni. Die rumänischen Grenzbehörden drücken gewöhnlich gegen diesen Schmuggel von Lebensmitteln ein Auge zu. Jüdische Kinder aber, die bei diesem Schmuggel ertappt werden, werden aufs scheußlichste mißhandelt. Der Rabbiner Rewelskh berichtet in den Odessaer Zeitungen über einige solcher unmenschlichen Mißhandlungen von jüdischen Kindern. Ein jüdisches Mädchen und ein jüdischer Knabe im Alter von 8 bis 10 Jahren sind von den rumänischen Grenzbehörden derartig mißhandelt worden, daß das Mädchen in ein Krankenhaus gebracht werden mußte und der Knabe nach einigen Tagen 'an seinen Verletzungen gestorben ist. Dieser Vorfall hat im Arbeiter- und Soldatenrat in Odessa große Erbitterung hervorgerusen, und der russische General Marx hat versprochen, über den Vorfall von der rumänischen Regierung eine strenge Antersuchung zu fordern. Als die Einwohner zu öffentlichen Arbeiten, namentlich zu Schanzarbeiten, herangezogen werden sollten bat man zunächst