Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1917)
- Article
- Der Vernichtungskampf gegen die Juden in Rumänien
- Date
- 1917-10-01
- Page
- 413 (sequence 2)
- Language
- German
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Der Vernichtungsrarnpf gegen die rumänischen Juden.- 413 Auf Vorstellung angesehener jüdischer Persönlichkeiten ixt Rußland untemaf)m die provisorische Regierung Schritte, um Genaueres über das Schicksal der rumänischen Juden zu erfahren. Aast die gesamte russische Presse beschäftigte sich mit den Judenverfolgungen; auch der Arbeiter- und Soldatenrat nahm dazu Stellung. Anlaß dazu war der flammende Protest des russischen Volksdichters Korolenko, der in Südrußland 'lebt und über die Greueltaten gegen die rumänischen Juden authentische Nachrichten erhalten hatte. Korolenko erfuhr z. B. vvu einigen russischen Offizieren,. daß 34 jüdische Soldaten in Bacau auf. Urteil des Feldgerichtes gehängt werden sollten. Sie waren der Fahnenflucht angeklagt. In Wirklichkeit waren diese Soldaten, die von einem vernichteten Regiment übriggeblieben waren, solange umhergeirrt, bis sie das nächste Militärquartier erreicht hatten. Ihre Angaben wurden aber nicht geglaubt und sie wurden verdächtigt, sich freiwillig in die Gefangenschaft begeben zu haben und jetzt als Spione von Deutschland nach Rumänien geschickt worden zu sein. Korolenko ging ans Werk, um den unglücklichen Juden das Leben zu retten. Die Bemühungen waren vergebens. Als der bekannte belgische Sozialistenführer Vandervelde kürzlich "die rumänische Front "besuchte, benutzte er die Gelegenheit, die rumänischen Machthaber auf die Stimmung in Rußland wegen der rumänischen Judenverfolgungen hinzuweisen., Sofort nach der Rückreise Vanderveldes veröffentlichte die rumänische Heeresleitung folgenden Tagesbefehl: „Der Militärmacht ist zur Kenntnis gelangt, daß in der Stadt Personen vorhanden sind, die bei unseren Verbündeten falsche Nachrichten über die politische Lage in Rumänien verbreiten. Die betreffenden Personen werden vor ein Militärgericht gestellt werden." Anfang Juni begab sich eine jüdische Deputation in Bestarabien, mit Rabbiner Rewelski an der Spitze, zu dem Oberstkommandierenden in Odessa, General Marx, mir der Bitte, einige jüdische Vertreter nach Rumänien abzukommandieren. Nur zwei Personen wurde gestattet, die Moldau zu besuchen. Der Bericht, der nun der jüdischen Oeffentlichkeit vorliegt, ist von der russischen Iudenheit mit einem Schrei des Entsetzens ausgenommen worden. Wenn, diesem Bericht zufolge, das Leben der rumänischen Inden in Friedenszeiten eine dauernde Qual war, so war es doch ein Eldorado im Vergleich zu dem Schreckensregimenh unter dem die rumänische Iudenheit seit Kriegsbeginn seufzt. Als der Krieg ausbrach und die Juden sich massenhaft als Freiwillige in die Armee meldeten, kam sofort der Befehl, daß auch für die freiwilligen jüdischen Soldaten jedes Avancement unzulässig sei. Die Behandlung der jüdischen "Soldaten in der