Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1917)
- Article
- Der Vernichtungskampf gegen die Juden in Rumänien
- Date
- 1917-10-01
- Page
- 415 (sequence 4)
- Language
- German
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Der VerniHLungZkampf gegen die rumänischen Juden,- 415' .nur vermögende Juden herangeholt, zu dem einzigen Zweck, Geld von ihnen zu erpressen. Besonders grausam verhielt sich gegen die Juden in Focsani der Major Kusbiu, der die Arbeiten an der Eisenbahn verwaltete. Fast die gesamten jüdischen Einwohner wurden von ihm ausgeplündert. Der Loskaufpreis schwankte zwischen 200 und 2000 Francs. Die Erpressungen wurden an ein und derselben Person wiederholt vorgenommew.! Als von den reichen Juden alles schon erpreßt war, begann man die arme Bevölkerung an die Arbeit zu schleppen. Auch Rabbiner wurden zu den Arbeiten gezwungen. Um sie dem öffentlichen Spott preiszugeben, hatte man sie in eine Reihe gestellt, Bart und Schläfenlocken wurden glatt rasiert und so wurden sie durch die Stadt getrieben. Die nichtjüdische Bevölkerung wurde fast nicht gestört und im Gegensatz zu den Juden ist sie für die Arbeit bezahlt worden. Zahlreiche arme Juden den sie nicht bekommen haben. Mit unerhörter Grausamkeit ließen die rumänischen Behörden die unglücklichen jüdischen Flüchtlingsmassen nicht ist die Dörfer hinein, weil an diesen Orten nach den rumänischen Vorschriften Juden ,.kein Aufenthaltsrecht" hatten. Tausende von jüdischen Flüchtlingen mußten mit Frauen und Kindern unter freiem Himmel außerhalb der Dörfer in Kalte und Regen übernachten. Richt einmal die vor Hunger und Kälte gestorbenen Kinder durften sie in den Dörfern begraben. Dm.' größte Teil der rumänischen Juden, deren Zahl etwa 250 000 beträgt, lebt in kleinen Orten in der Moldau. Auch in Friedenszeiten waren sie den erpresserischen und tyrannischen Behörden ausgelieserL. Jetzt, wo alle diese Orte unter Militärverwaltung stehen, ist das Leben den Inden zur Hölle geworden. Die Kasernen und die Dorfgesängnisse sind ungefüllt Mt Juden, die seit Jahr und Tag als verdächtig eingesperrt sind. Zahllose Familien sind dadurch ihrer Ernährer beraubt. Als Herr Bratiano eingesehen hatte, daß in Rußland wegen dieser Vorgänge großer Unwille herrscht, eilte er nach Petersburg, um von dem Beschluß der rumänischen Regierung Mitteilung zu machen, die Iudenfraae „demnächst" vor das Parlament zu bringen. Damit wollte Herr Bratiano offenbar dem Beschluß des Arbeiter- und Soldatenrates Vorbeugen, von der rumänischen Regierung zu verlangen, unverzüglich ein Dekret über die Gleichberechtigung der rumänischen Juden zu erlassen. Es heißt, daß die russische provisorische Regierung sich jetzt „ernstlich' mit der Angelegenheit der Juden in Rumänien