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Im deutschen Reich · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. 408

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
Die Judenmission unter den jüdischen Soldaten
Date
1917-10-01
Page
408 (sequence 5)
Language
German
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Im DeuLsthsn Reich.- e§ an Angriffen auf die jüdische Religion nicht fehle. Die aber, welche solches lesen, würden mit ganz anderen Gefühlen beseelt, welche einer Bekehrung sehr wenig ähnlich sähen« Auch der Inhalt mancher Aufsätze jener Zeitschrift ist so beleidigender Art, daß ein Soldat darüber seinem Vater schreibt: er sei furchtbar aufgeregt darüber. Gr wolle seinem Glauben bis zum letzten Atemzuge treu bleiben. Der Vater solle dem Herausgeber des Blattes ordentlich die Meinung sagen. „Aus dem Blatte ersieht man ganz deutlich, mit welchen Mitteln diese Herren arbeiten. Ich will denn auch hiervon aufhören zu schreiben, sonst ärgere ich mich noch schwarz darüber." Das ist der Erfolg dieser Umtriebe. Mit Recht legt das Hamburger „Israelitische FamilienblaLL" — 1915 Ar. 7, >S. 2 — gegen einen solchen Mißbrauch der Propagandafreiheit entschieden Verwahrung ein. Und die Militärbehörden scheinen den gleichen Eindruck empfangen zu haben, denn die Herausgabe dieser Zeitschrift und mit ihr des Wandsbeker Missionsblattes „Israels Hoffnung" wurde eine Zeitlang verbotest, bis sie sich verpflichteten, über Iudenmission nichts zu bringen und nur allgemeine Aachrichten oder erbauliche Artikel erscheinen zu lassen. Ein anderes Mal überreichte ein christlicher Kamerad einem jüdischen Soldaten in der Kaserne eine Missionsschrift, mußte sich aber eine scharfe Zurechtweisung gefallen lassen. Und wie mancher hat sich wohl über die Belästigung durch Missionsschriften beschwert gefühlt, welche vom Christlichen Verein junger Männer in Lindhorst und von anderen Verbänden ähnlicher Art an ihn gelangten! Leider fehlt es oft an der gesetzlichen Handhabe, diese unerwünschte Beeinflussung zu unterbinden, so sehr sie auch vom jedem gerecht und vornehm Denkenden verurteilt werden muß, ebenso wie der persönliche Verkehr mit jüdischen Soldaten, der zu Missionszwecken ausgenutzt wird, sich nicht immer fassen läßt. An den letzteren erinnert uns eine Schilderung des Missionspastors Schaeffer in der Berliner Missionszeitung „Der Messiasbote" — 1915, Heft 1. — Dort erzählt er lebendig, wie er auf der Bahnfahrt ins Kriegsgebiet mit einem jüdischen jungen Manne eine Erörterung über den christlichen Glauben hatte und welche Beobachtungen und Erfahrungen er später als Zugführer vom Aoten Kreuz mit seinen jüdischen Kameraden gemacht hat. Sein Verhalten dabei verrät deutlich, daß er seinen Friedensberuf, die Bekehrung, nicht gerade zurückgestellt hat. Er lobt manches an den Juden,, aber um hinterher noch mehr zu tadeln. In den Kriegsgebieten Osteuropas, in Galizien und Polen, wirken unter den vielen Juden ebenfalls Missionare, und wir wollen anschließend auch von ihnen reden, da es sich hier, weinn auch nicht um Heeresangehörige, so doch um Kriegsbeteiligt^

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