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Im deutschen Reich · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. 407

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
Die Judenmission unter den jüdischen Soldaten
Date
1917-10-01
Page
407 (sequence 4)
Language
German
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Die Iudenmisston unter den jüdischen Soldaten.' 407 Propaganda aber betrieben hat, ist kein Bernfsmissionar, sondern ein Kaufmann, der sich als Mensch sonst eines guten Rufes erfreut, aber als Baptist von dem Wahn beherrscht wird, es sei seine Pflicht, den Juden den Glauben an Christum aufzudrängen. And als er von der Leitung des Centralvereins gebeten wird, derartige Bemühungen nicht sortzusetzen, entgegnet er entrüstet u. a.: „Haben Sie Acht, daß nicht einmal von Ihnen Rechenschaft gefordert wird über ein Tun, das andern den Weg des Heils versperrt. . . Denken Sie auch an den Wunsch Ihrer Stammesgenossen zur Zeit Jesu: „Sein Blut komme über uns und unsere Kindermund versuchen Sie zu erkennen, ob solcher Fluch nicht da und dort spürbar ist. Rur eine Hinkehr zu Gott und eine Beschneidung des Herzens im Namen Jesu kann solchen Fluch aufheben." Und derartiges soll man sich geduldig gefallen lassen? Hier waltet bereits eine krankhafte Stimmung vor, die man bedauern kann, aber um ihrer schädlichen Folgen willen bekämpfen muß. Auch auf die Missionstätigkeit in Militärlazaretten hat der Verband der deutschen Juden die Aufmerksamkeit gelenkt und daraus — unter dem 5. Juli 1915 — vom, Kgl. Preußischen Kriegsministerium den Bescheid erhalten, „daß durch einen Erlaß Bestrebungen, Verwundete und Kranke irgend einer Konfession znm Wechsel ihres Glaubens zu bestimmen, entgegengetreten fror* den ist. Dabei ist insbesondere angeordnet worden, die zur Verteilung religiöser Schriften Zuge l a s s e n e n P e r s o n e n a u f d a s A n z u l ä s s i g e s o l ch e r § anbl uitgetf e Hinweisen zu lassen." Also auch hier hat die Gerechtigkeit gesiegt. Endlich wird von verschiedenen Seiten geklagt, daß bei einigen Truppenteilen draußen im Felde Miftionsschriften verbreitet seien, und eine Zuschrift hebt noch hervor: „Es wird mir bestätigt, daß diese Schriften ihren Zweck, dem Judentum zu schaden, nie verfehlen." Insbesondere wurde der „Zionsfreund", das schon erwähnte Hamburger Missionsblatt, viel verteilt. Sogar ein Hanptmann gab es einem jüdischen Soldaten zu lesen und benutzte seine Stellung als militärischer Vorgesetzter zur Förderung von Bestrebungen, die ganz außerhalb dieses seines Verhältnisses und Berufes liegen. Diese Zeitschrift bittet auch ausdrücklich um Adressen von im Felde stehenden Israeliten, um Ihnen Missionsschristen zu übersenden. And in welchem Maße das letztere geschehen ist, davon kann man sich ungefähr eine Vorstellung machen, wenn man im Hamburger General-Anzeiger — vom 5. März 1915 — die Klage liest, daß der Zionsfteund Dom Binnenlande die Israeliten an der Front mit Schriften überschütte, in denen sie ausgefordert werden, zur christlichen Religion chberzutreLen, wobei

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